Böhmisches Kammerorchester spielte im Schloss Raesfeld

RAESFELD Begeistert aufgenommen wurde das Konzert des bömischen Kammerorchesters am Sonntag im Rittersaal des Schlosses Raesfeld.

von Von Volker Wiltberger

, 02.03.2009, 16:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Böhmisches Kammerorchester spielte im Schloss Raesfeld

Jan Fißer, Ivo Kahanek und Tomas Jamnik, das Klaviertrio Concertino trat mit dem Prager Sinfonieorchester im Schloss Raesfeld auf.

Doch die folgenden zwei Duette von W.A. Mozart KV 105 in der gleichen Besetzung wirkte befremdend, auch wenn es Tanzmusik war, allerdings aus einer galanten Zeit. Dieser negative akustische Eindruck verflog spontan bei der Interpretation des Concertino für Klaviertrio und Streicher von Bohuslav Martinu, dessen Kompositionen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diese aggressive Grundhaltung bestätigten. Damit lassen sich sowohl die technische Tradition als auch die Expressivität der Stilrichtung einstufen. Mehr und mehr wurde man von der Mischung aus barocken und modernen Klängen mitgerissen. Dabei half das analytische Musizieren zum Verständnis und zur begeisterten Akzeptanz des Publikums.

Ein weiteres Werk von Martinu, die Bergerettes für Violine, Violoncello und Klavier wurde zu einem interessanten Hörerlebnis. Es ist die Spannung zwischen Klang und Struktur, die das außerwöhnliche Interesse weckte und begeistern konnten. Die weite Palette von lyrischen und erregenden Phasen wechselten mit einer Heiterkeit des Musizierens, die sich spontan dem Zuhörer mitteilte. Danach wirkte die Interpretation von Franz Schuberts D-Dur Sinfonie als akustische Entspannung, der man gerne zuhörte. Das Kammerorchester des nationalen Theaters Prag machte es möglich. Dabei spielte die Musizierfreudigkeit und die Ausdruckskraft des Orchesters eine entscheidende Rolle. Dafür gab es stürmischen und verdienten Beifall.