Corona: Verschmelzung der Volksbanken soll sich nicht verzögern

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Eigentlich hätte die Verschmelzung der Volksbanken Raesfeld und Erle in der letzten Juni-Woche in Generalversammlungen beschlossen werden sollen. Wegen Corona geht das nicht. Das ist Plan B.

Raesfeld

, 19.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Raesfelder Volksbank-Vorstand Oliver Cichowski: „Als wir die Einladungen verschickten, war noch nicht absehbar, dass die Veranstaltungen in dieser Form nicht stattfinden können.“ Voraussichtlich im Oktober wolle man die Generalversammlungen nachholen. Entscheiden müssen die Anwesenden dann, ob sie die Verschmelzung der beiden Häuser wollen.

Man sei aber auf der Ziellinie, sagt Michael Weddeling, Vorstand der Erler Volksbank. „Die positiven Rückmeldungen lassen uns nicht verzweifeln“, so Weddeling mit einem Augenzwinkern. Online, persönlich oder telefonisch hatten die Volksbanken mit ihren Kunden und Mitgliedern gesprochen. „Den Infoabend hätten wir gerne gemacht“, sagt Weddeling allerdings auch. Die Fragen, die am häufigsten gestellt wurden, will man im Mitgliederbrief beantworten.

Fragen nach Standorten und Kontonummern

Die größte Angst der Kunden, so Cichowski, sei gewesen: „Bleiben beiden Standorte erhalten?“ Hier geben die Vorstände Entwarnung: Die Ansprechpartner an beiden Standorten blieben auch dieselben. Einige Kunden hätten gefragt, ob sie ihre Kontonummern behalten werden. Für die Raesfelder Kunden wird dies so sein. Michael Weddeling sagt, dass nach derzeitigem Stand die Erler Kunden sich wohl an eine neue Bankleitzahl gewöhnen müssten - die Kontonummern hingegen könnten bleiben.

Der Zeitplan für die Verschmelzung bleibe bestehen, so der Raesfelder Vorstand Marcus Feldhaar: Am 1. Januar 2021 sollen die Häuser juristisch zusammengelegt werden, technisch im Juni 2021. Für den Erler Vorstand Ralf Steiger steht fest, dass die Kunden nach der Verschmelzung „mehr Möglichkeiten“ erhalten werden, wenn es um Anlage- und Finanzierungsformen gehe. Beide Häuser würden ihre zum Teil unterschiedlichen Partner mitbringen, sodass nun mehr Varianten möglich seien. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Kunden demnächst höhere Anteile erwerben können sollen.

„Schnappatmung“

Was die Auswirkungen von Corona betrifft, habe es bei einigen Kunden in den ersten Wochen des Lockdowns schon „Schnappatmung“ gegeben, sagt Steiger. Das sei aber vorbei: „Wenn wir den Mundschutz nicht tragen würden, würde ich sagen: Ist fast wie vorher.“ Bei den Privatkunden sei die Lage entspannt, bei Geschäftskunden gebe man, wo nötig, Unterstützung. Als wirtschaftlich starke Region sei man nicht so stark getroffen. Es gebe eine rege Bautätigkeit und auch die Investitionen würden wieder anziehen.

Michael Weddeling sieht aber den Zeitfaktor: „Wann läuft die Kurzarbeit aus? Wie viel läuft dann wieder an?“ Er glaubt, dass man viele wirtschaftliche Folgen erst im nächsten Jahr beurteilen könne. „Die einen oder anderen werden es verdammt schwer haben, aus dem Tal der Tränen wieder rauszukommen.“

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