Coronavirus: Kirchen sollen Gottesdienstbesucher rückverfolgbar machen

Coronavirus

Was in den Restaurants schon länger gilt, hält auch Einzug in die Kirchen. Ab Samstag (30. Mai) sind sie gehalten, die „Rückverfolgbarkeit“ der Gottesdienst-Besucher zu gewährleisten.

Raesfeld

, 29.05.2020, 10:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gottesdienstbesucher müssen sich auch an der Silvesterkirche in Listen eintragen.

Gottesdienstbesucher müssen sich auch an der Silvesterkirche in Listen eintragen. © Berthold Fehmer

Die Kirchengemeinde St. Martin in Raesfeld wird an den Eingängen zu den Kirchen in Raesfeld, Erle und Rhedebrügge Stehtische aufbauen, auf denen Listen ausliegen. Jeder Gottesdienstbesucher wird gebeten, sich mit Namen, Anschrift und Telefonnummer einzutragen und dafür auch einen Kugelschreiber mitzubringen.

Die Listen werden danach vier Wochen im Pfarrbüro aufbewahrt. Anschließend sollen sie vernichtet, so die Gemeinde in einer Mitteilung. Generalvikar Klaus Winterkamp führt die Auflage auf die Coronaschutzverordnung zurück: „Die Auflage zur ‚Rückverfolgbarkeit‘ ist dem Paragraphen 3 hinzugefügt worden, worüber wir nur informiert, aber nicht befragt worden sind.“

„Unverständnis geäußert“

Winterkamp weiter: „Wir haben unser Unverständnis darüber gegenüber der Staatskanzlei signalisiert, sowohl was den späten Zeitpunkt dieser Maßnahme als auch den nicht angemessenen Anlass betrifft.“ Er wisse, dass das für viele Pfarreien und Mitarbeitenden vor Ort teils erhebliche Mehrarbeit und Mehrbelastung bedeute. Man arbeite derzeit an Formaten und Formularen, die eine praktische Umsetzung ermöglichen.

„Sollte sich eine Pfarrei bis zum Wochenende nicht in der Lage sehen, diese ‚Rückverfolgbarkeit‘ für die Gottesdienste zu ermöglichen, können sie trotzdem und auf jeden Fall gefeiert werden.“ Die Auflage gilt nicht für Freiluftgottesdienste.

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