Das "Café International" war wieder gut besucht

Treffen im ehemaligen Hotel Epping

Alles, außer Schweinefleisch, kam auf die Pizzableche, die von den Raesfelder Flüchtlingen am Freitagnachmittag belegt wurden. Eingeladen zum 4. „Café international“ im früheren Hotel Epping hatte die Raesfelder Flüchtlingshilfe.

Raesfeld

, 05.02.2017, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die mittlerweile fast schon eingeschworene Gemeinschaft von Flüchtlingshelfern, Ehrenamtlichen und Flüchtlingen erlebte einen unterhaltsamen Nachmittag.

Neuigkeiten und Schach

Während einige fleißig mit dem Belegen der Pizzableche beschäftigt waren, saßen andere in gemütlicher Runde zusammen und tauschten Neuigkeiten aus. Einige Frauen hatte selbst gebackenen Kuchen dabei. Manfred Grömping und Günter Aschenbrenner von der Schach-AG packten ihre drei Schachbretter aus, die schnell umlagert waren. „Schach spielen die Flüchtlinge sehr gerne. Mittlerweile haben wir sogar zwei Spieler bei uns im Schachverein“, freute sich Grömping. Mittlerweile können sich die Flüchtlinge auf Deutsch gut verständigen. Für die Kinder aus Syrien, Afghanistan und dem Irak scheint die deutsche Sprache mittlerweile zum Alltag zu gehören. Nicht nur, dass sie sich untereinander auf Deutsch unterhalten, sondern sie werden immer wieder von ihren Eltern als Dolmetscher eingesetzt.

Verdienst von Ingeborg Erdmann

Ein Verdienst unter anderem von Ingeborg Erdmann, die seit der ersten Stunde in der Flüchtlingshilfe als Deutschlehrerin aktiv ist. Rund 25 Flüchtlinge, die nicht zum Integrationskurs nach Borken fahren, besuchen zweimal wöchentlich ihren Deutschkurs. „Wir haben drei verschiedene Kurse, einer davon ist nur für Frauen. Für die Kinder bieten wir in dieser Zeit eine Betreuung in einen extra bereitgestellten Spielbus vom Kreis Borken an“, so Ingeborg Erdmann. Dass die Integration in der Gemeinde greift, sieht auch Pastor Michael Kenkel. „Einige Flüchtlinge sind aktiv beim Rosenkranzbeten in der Kirche oder andere kommen spontan in die Kirche, um eine Kerze anzuzünden“, so Kenkel, der das gemütliche Beisammensein im Kreis der unterschiedlichen Kulturen genoss.

180 Flüchtlinge in der Gemeinde

Ordnungs- und Sozialamtsleiter Markus Büsken schaute ebenfalls nach Dienstschluss vorbei. Genau pünktlich zum Essen der Pizza, die duftend aus dem Backofen von Biobäcker Hubert Leiers um die Ecke kam. In der Gemeinde leben aktuell 180 Flüchtlinge. Einige seien in den vergangenen Wochen freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt, so Büsken. Gerade letzte Woche war eine irakische Familie mit ihren vier Kindern zurück in die Heimat gereist. „Grund dafür ist wohl, dass sie nicht mit unserer Kultur zurechtkommen. Besonders die Männer haben mit Blick auf ihre Frauen Schwierigkeiten, die hiesigen Freiheiten zu akzeptieren“, mutmaßte Markus Büsken.

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