Drei Änderungen beim Rosenmontagszug

Nach Kritik

Die Kritik über Wildpinkler und laute Partys nach dem letztjährigen Rosenmontagszug wird beim diesjährigen Zug zu einigen Änderungen führen.

Raesfeld

, 08.01.2016, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für einen reibungslosen Umzug arbeiten Reinhard Schlüß, Geschäftsführer RRZ,  und Vorsitzender Franz Hindricksen (l.), eng mit der Gemeinde, dem Ortnungsamt und der Polizei zusammen.

Für einen reibungslosen Umzug arbeiten Reinhard Schlüß, Geschäftsführer RRZ, und Vorsitzender Franz Hindricksen (l.), eng mit der Gemeinde, dem Ortnungsamt und der Polizei zusammen.

Bei der Wagenbauversammlung des Raesfelder Rosenmontagszugs (RRZ) am Donnerstagabend im Niewerther Hof gingen RRZ-Vorsitzender Franz Hindricksen und Geschäftsführer Reinhard Schlüß explizit auf die Kritik ein. „Fakt ist, dass es drei drastische Veränderungen geben wird“, so Hindricksen. So werde sich der Zug nicht wie gewohnt durchs Dorf schlängeln, sondern, „damit alles im Fluss bleibt“, an der Kirche teilen. Vom Rathaus geht eine Hälfte des Zugs durch die Gartenstraße, hinter dem Rathaus vorbei und zurück auf die B 70. Dort fließen Wagen und Fußgruppen mit dem aus der Alexanderstraße kommenden Zug zusammen.

2300 Meter Gesamtlänge

Die Gesamtstrecke bleibt bei 2300 Meter Länge. Schlüß: „Im letzten Jahr haben wir auf der Kreuzung Borkener Straße eine Dreiviertelstunde auf der Stelle gestanden. Das möchten wir mit der Zweiteilung der Route verhindern.“ Erstmalig haben die Organisatoren die Alexander- und Gartenstraße als Familienzonen deklariert. „Hier muss die Musik nicht leise, sondern komplett ausgemacht werden. Als Ersatz sind drei Musikkapellen im Einsatz“, so Hindricksen – eine Reaktion auf die Kritik an zu lauter Musik. „Viele Teilnehmer sehen keinen Unterschied zwischen karnevalistischer Brauchtumspflege und moderner Partygesellschaft. Deshalb werden wir erstmalig bei Regelverstößen ein Bußgeld von 200 Euro einfordern“, so Hindricksen, der an die Vernunft der Teilnehmern appellierte, sich an die Regeln zu halten.

Wildpinkler

Was das Problem der „Wildpinkler“ betrifft, setzen die Organisatoren auf mehr Toilettenwagen, eine bessere Beschilderung sowie das neue „Pinkel-Rondell“ für Männer an der Alexanderstraße. „Vielleichte sollten wir auch an alle Gastwirte einen Appell richten, dass sie ihre Toiletten für Besucher bereitstellen und diese nicht rauswerfen“, lautete ein Hinweis aus den Reihen der Wagenbauer. „Wir und die Gemeinde stehen unter Beobachtung. Wenn es diesmal nicht klappt und sich erneut die Beschwerden häufen, dann ist der Zug kaputt“, sagte Schlüß, der für ein rigoroses Eingreifen bei Regelverstößen ist. Wenn es sein müsse, sogar mit zukünftigen Zugausschlüssen.

Appelle an Landjugend

„Zwei Appelle an die Landjugend: Musik aus in der Familienzone und keine Privatpartys nach dem Umzug. Das darf sich nicht wiederholen“, betonte Markus Büsken vom Ordnungsamt ebenfalls eindringlich. Im Fokus stehen aber nicht nur die Landjugendmitglieder, sondern auch die holländischen Teilnehmer und ihre Wagen. Für Sicherheit sorgen neben den Zugbegleitern zehn Polizeibeamte. „Dennoch ist die Gemeinschaft gefragt, dass nichts passiert, und dass wir alle glücklich und gesund nach Hause kommen“, so Hindricksen mit Blick auf die Geschehnisse in Köln und Düsseldorf in der Silversternacht. 

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