Einbruch im Schatten eines Maisfeldes: Diese Strafe kassierte der Einbrecher

mlzLandgericht Bochum

Nach einem Einbruch in ein Wohnhaus ist ein Serieneinbrecher in Bochum zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. So begründete das Gericht die milde Strafe.

Bochum/Raesfeld

, 20.09.2019, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer vergleichsweise milden Bestrafung ist am Donnerstag am Bochumer Landgericht der Prozess um eine Serie von Einbrüchen in freistehende Häuser in NRW zu Ende gegangen. Die Richter der 8. Strafkammer verhängten gegen einen 23-jährigen Angeklagten, der mit weiteren Bandenmitgliedern im Juli 2015 unter anderem auch in ein Wohnhaus im Süden von Raesfeld eingestiegen war, zwei Jahre Jugendhaft auf Bewährung.

Zeitgleich entließ das Gericht den voll geständigen Serieneinbrecher nach mehr als sieben Monaten Auslieferungs- und Untersuchungs-Haft wieder auf freien Fuß.

Richter Stefan Culemann richtete seine Worte in der Urteilsbegründung direkt an das im Saal anwesende, betroffene Ehepaar aus Raesfeld.

Die Verhängung einer milden Jugend-Bewährungsstrafe für das jüngste Bandenmitglied, so der Vorsitzende Richter, fuße im Wesentlichen auf zwei gewichtigen Aspekten. Einerseits sei sie dem lange zurückliegenden Tatzeitraum geschuldet. „Davor können wir die Augen nicht verschließen“, so Richter Stefan Culemann. Andererseits habe das mit der Anwendung des Jugendstrafrechts zu tun, das – anders als das Erwachsenenstrafrecht – per se vorwiegend am Erziehungsgedanken ausgerichtet sei.

Angeklagter entschuldigte sich

Dazu muss man wissen: Zur Tatzeit im Sommer 2015 war der Angeklagte 19 Jahre alt und galt damit als „Heranwachsender“ im Sinne des Gesetzes. Obendrein, so der Richter, spreche „wenig dafür, dass er als einer der Jüngsten der Gruppe damals das Sagen hatte“.

Der Angeklagte hatte sich kurz vor der Urteilsberatung auch noch einmal selbst zu Wort gemeldet. „Es tut mir wirklich sehr leid. Ich bereue alles, was ich getan habe“, hatte er beteuert. Mit dem 23-Jährigen sind inzwischen bereits fünf Mitglieder der Einbrecherbande verurteilt worden.

Maisfeld brachte Einbrecher in Raesfeld in eine „günstige Lage“

Im Prozess war es um elf Beutezüge unter anderem in Gladbeck, Bottrop, Witten und Recklinghausen gegangen. Bei dem Coup in Raesfeld waren die Täter am helllichten Tag in einer Seitenstraße von der Dorstener Straße in ein Wohnhaus eingebrochen, nachdem sie mit einem Stein ein Küchenfenster eingeschlagen hatten.

Erbeutet worden waren Bargeld, eine Armbanduhr und Modeschmuck. Zur fraglichen Zeit war die Rückseite des Hauses durch ein hochgewachsenes Maisfeld kaum einsehbar. „Diese günstige Lage haben die Einbrecher offenbar ausgenutzt, um ungestört einsteigen zu können“, erklärte der Raesfelder Hausbesitzer bei seiner Zeugenvernehmung. Der angerichtete Gesamtschaden bei allen Einbrüchen liegt im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich. Das Urteil lautet auf schweren Bandendiebstahl.

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