Flüchtlingskinder weiterhin verschwunden

Betroffenheit an Schulen

Die drei syrischen Flüchtlingskinder Hasan (14), Haifa (11) und Zein (7) sind nach den Ferien nicht nach Raesfeld zurückgekommen. "Der Verdacht, dass der Vater die drei Kinder ins Ausland gebracht hat, konkretisiert sich immer mehr, da sie auch nicht bei Schulbeginn aufgetaucht sind“, bestätigt Frank Rentmeister, Sprecher der Polizei im Kreis Borken.

Raesfeld

, 11.01.2017, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
In großer Sorge um die Kinder Hasan (l., 14), Zein (vorne, 6) und Haifa (2.v.r., 12) sind Mutter Hallah (2.v.l.), ihr Bruder Osama und Oma Houda.

In großer Sorge um die Kinder Hasan (l., 14), Zein (vorne, 6) und Haifa (2.v.r., 12) sind Mutter Hallah (2.v.l.), ihr Bruder Osama und Oma Houda.

Die anfängliche Hoffnung von Mutter Hallah Chehada, dass ihre Kinder nach den Ferien wohlbehalten zurückkommen könnten, hat sich nicht erfüllt. Wie bereits in der vergangenen Woche berichtet, hatte der Vater, der die drei Kinder am Montag abgeholt hatte, sie nicht zur Mutter zurückgebracht. „Wir sind irgendwo über ein großes Meer gefahren“, hatte Tochter Haifa weinend der Mutter am Telefon erzählt. Zwar können die deutschen Behörden den Vater wegen Kindesentzuges zur internationalen Fahndung ausschreiben. Sie haben allerdings keinen Einfluss auf das Handeln der Behörden im Ausland. „Denn dort ist das Rechtssystem, speziell mit Blick auf das Sorgerecht, anders als bei uns in Deutschland“, so Rentmeister.

Betroffenheit

Die Betroffenheit und die Sorge über den Verbleib der Kinder ist in der Gemeinde groß. Zumal sich die Familie, insbesondere die Kinder, seit ihrer Ankunft im Herbst 2015 sehr gut ins Gemeinde- und Schulleben integriert haben. „Wir als Schule sind insoweit sehr betroffen, da die Kinder hier gut integriert waren und sich im Laufe der Zeit immer besser verständlich machen konnten. Besonders Haifa war sehr aufgeweckt und hat total schnell gelernt. Besonders im mathematischen Bereich hat das Mädchen schnell den Anschluss gefunden“, sagt Thomas Schlüter, Schulleiter der St.-Sebastian-Grundschule.

"Große Lebendigkeit“

"Die Kinder waren bei uns in der Grundschule immer sehr präsent und fielen durch ihre große Lebendigkeit auf. Plötzlich sind sie nicht mehr da. Da fehlt uns jetzt ein Stück Lebendigkeit. In der Zeit, in der die Kinder bei uns waren, haben wir als Lehrpersonen eine andere Art des Umgangs erlebt und auch davon gelernt“, resümiert Matthias Stroetmann, Leiter der Alexanderschule.

Ebenso erschüttert über das Verschwinden der Kinder zeigt sich Schulsozialpädagoge Uli Cluse. „Hasan und Haifa haben sich seit dem Sommer 2016 hier bei uns gut eingelebt. Besonders Haifa hat vor allem in der deutschen Sprache Riesenfortschritte gemacht. Wir sind alle sehr traurig und hoffen, dass wir die Kinder bald wiedersehen“, sagt Cluse. 

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