Gemeinde widerspricht Bezirksregierung: Nicht jede Info gehört ins Wasserkonzept

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„Es kann auch einer Böses damit vorhaben.“ So erklärt Andreas Grotendorst, warum Raesfeld eine von der Bezirksregierung gewünschte Änderung des Wasserversorgungskonzepts ablehnte.

Raesfeld

, 19.02.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Raesfelder Wasserversorgungskonzept, das Prognosen der Bevölkerungsentwicklung, des künftigen Wasserbedarfs und der Grundwasserneubildung bis zum Jahr 2040 beinhaltet, wurde bereits 2018 vom Rat beschlossen.

Zu dem Konzept, das mit den Stadtwerken Borken und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wasser, Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft erstellt wurde, habe die Bezirksregierung Münster aber noch einige Fragen und Anmerkungen gehabt, berichtete Bürgermeister Andreas Grotendorst am Montag im Rat.

Verstoß gegen Datenschutz

Unter anderem sollte die Gemeinde mehr Informationen zu den einzelnen Hausbrunnen im Gemeindegebiet ins Konzept schreiben. Dieses lehnte die Gemeinde ab. Da es sich um ein öffentliches Konzept handele, verstoße eine Auflistung der Hausbrunnen gegen den Datenschutz. „Die Daten zu den Brunnen liegen beim Fachbereich Lebensmittelüberwachung vor“, so Grotendorst.

Diese Informationen öffentlich zu machen, sei nicht sinnvoll: „Es kann auch einer Böses damit vorhaben“, so Grotendorst. Die Gemeinde sei letztlich sogar von der Bezirksregierung für ihr transparentes Handeln gelobt worden.

Wolfgang Warschewski (UWG) sagte, dass bei den Prognosen ein sinkender Wasserbedarf vorhergesehen werde aufgrund eines sparsameren Umgangs mit dem Trinkwasser. Es gebe aber neue Wohn- und Gewerbegebiete und die im Konzept verwendeten Zahlen seien schon etwas älter. Ob so der tatsächliche Bedarf beschrieben werden könne, wollte Warschewski wissen.

100-seitiges Konzept

Das Thema Wasserversorgung sei „ein großes Thema“, sagte Grotendorst. Dies dürfte auch jedem klar werden, der einen Blick in das fast 100-seitige Konzept wirft. In einem „Vorwort an die Bürger*innen“ sprechen die Verfasser davon, dass das Konzept in einer fachwissenschaftlichen Sprache geschrieben sei - und man nach Genehmigung des Konzepts durch die Bezirksregierung eine allgemeinverständlichere Zusammenfassung plane.

Grotendorst nannte als Beispiel etwa die Leitungsquerschnitte, die vor Jahren noch passend gewesen seien. Jetzt sinke aber der Wasserverbrauch und eigentlich werde ein geringerer Durchmesser gebraucht.

Was neue Gewerbegebiete betreffe, habe die Gemeinde einen sehr genauen Blick auf die sich ansiedelnden Betriebe und vor allem ihren Abwasserausstoß, so Grotendorst. Dies habe auch schon dazu geführt, dass ein Betrieb aus diesem Grund abgelehnt werden musste. Einstimmig beschloss der Rat das aktualisierte Konzept, das nun der Bezirksregierung vorgelegt wird.

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