Der Löchter Mühlenbach soll entlang des Wirtschaftswegs „Im Breewinkel“ renaturiert werden und sich mehr schlängeln. Dass es nicht mehr solcher Projekte in Raesfeld gibt, bemängelt Henry Tünte (Grüne) und führt dies auch auf die Besetzung der Wasser- und Bodenverbände mit überwiegend Landwirten zurück. © Berthold Fehmer
Landwirte

Grünen-Kritik: Zu viele Landwirte in Wasser- und Bodenverbänden

Zu viele Landwirte sind laut Henry Tünte (Grüne) in Wasser- und Bodenverbänden vertreten. Er bezweifelt, „ob es glücklich ist, wenn man überwiegend Landwirte in so ein Gremium entsendet“.

Konkret ging es im Raesfelder Rat am Montag um die Benennung von Mitgliedern für die Verbandsausschüsse von vier Wasser- und Bodenverbänden: Raesfelder Isselverband, Rhaderbach/Wienbach, Döringbach und Schermbecker Mühlenbach. Diese Verbände sind unter anderem für die Unterhaltung der Gewässer zuständig. Die fünfjährige Amtszeit der Ausschussmitglieder endete zum 31. Dezember – teilweise werden diese vom Rat bestimmt.

Bis auf den verstorbenen Bernhard Rensing, der im Rhaderbach/Wienbach-Ausschuss als Stellvertreter für Johannes Schulte-Greving mitwirkte und dessen Platz von Andre Gülker eingenommen wird, änderte sich an der Besetzung nichts. Das wurde vom Rat bei zwei Enthaltungen der Grünen und einer Gegenstimme Henry Tüntes beschlossen.

Einseitige Perspektive befürchtet

„Wir fürchten, dass bei Gewässern vorrangig deren Funktion zur Entwässerung im Vordergrund steht“, begründete Tünte das abweichende Abstimm-Verhalten seiner Fraktion, da vor allem wieder Landwirte in die Ausschüsse entsandt würden. Persönliche Kritik an der Arbeit der Ausschussmitglieder äußerte Tünte nicht. Die Bedenken äußere er, „ohne den Menschen etwas vorwerfen zu wollen“. Auch hätten die Grünen keine Gegenkandidaten.

Die Gemeinde müsse aber an der Arbeit in diesen Verbänden ein „weitergehendes Interesse“ haben, so Tünte. Seit 20 Jahren sei man eigentlich schon verpflichtet, die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen und Gewässer naturnah umzugestalten. Viel passiert sei diesbezüglich nicht.

Renaturierung wurde von Landwirten angeregt

Bürgermeister Martin Tesing entgegnete, er habe beispielsweise bei der Sitzung des Isselverbands teilgenommen, als es um die geplante Renaturierung des Löchter Mühlenbachs gegangen sei. „Das wurde insbesondere von Landwirten angeregt“ und der Plan sei letztlich auf deren Initiative zurückgegangen. „Es ist nicht nur so, dass sie ihre Interessen da vertreten.“

Tesing gab Tünte allerdings in dem Punkt recht, dass man künftig auf die Renaturierung von Gewässern mehr Wert legen müsse. „Das ist ein Punkt, den wir im Klimaschutzkonzept verstärkt aufgreifen müssen.“

Klimaveränderung macht Umdenken notwendig

Tünte machte deutlich, dass es auch im Sinne der Landwirte sei, Gewässer naturnah herzustellen. Angesichts von veränderten klimatischen Bedingungen und Dürre-Ereignissen „ist der Wasserrückhalt in der Fläche vonnöten“. Auch das Thema Biodiversität müsse in den Planungen eine größere Rolle spielen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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