Norbert Sabellek (l.) und Hermann-Josef Buning setzen sich dafür ein, dass die Kastanienallee in Erle unter Schutz gestellt wird. © Berthold Fehmer
Kastanienallee

Heimatverein will Kastanienallee unter Schutz stellen lassen

220 Jahre alt sind die Kastanien am Ekhornsloh vor der berühmten Femeiche. Deren Umfeld soll umgestaltet werden. Der Heimatverein will vorsorglich die Bäume unter Naturschutz stellen lassen.

Hermann-Josef Buning, dessen Elternhaus fast gegenüber der Kastanienallee lag, kann sich noch gut erinnern: „Hier habe ich immer gebolzt.“ Von der Kirche zum Pfarrhaus ging es in seiner Kindheit noch durch die Kastanienallee, die damals noch 14 Bäume zählte. Was die Erler immer als Kastanien bezeichnen, seien eigentlich Maronen, sagt Norbert Sabellek, Vorsitzender des Heimatvereins Erle.

Durch die Kastanienallee ging es in den 1940er-Jahren noch von der Kirche in den Garten des Pastors.
Durch die Kastanienallee ging es in den 1940er-Jahren noch von der Kirche in den Garten des Pastors. © privat © privat

Gepflanzt wurden die Bäume 1800, kurz nach Fertigstellung des Pfarrhauses – das älteste heute noch existierende Gebäude in Erle, das mittlerweile in privater Hand ist. Im Krieg wurden durch die Bombardierung einige Kastanien so beschädigt, dass sie später gefällt werden mussten. Neun sind noch übrig.

Teilweise fünf Metern Umfang weisen die Kastanien auf, die rund 220 Jahre alt sind.
Teilweise fünf Metern Umfang weisen die Kastanien auf, die rund 220 Jahre alt sind. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Weg führt nicht mehr durch die Kastanien

In den 1970er-Jahren veränderte sich das Bild im „Kernstück von Erle“, wie es Sabellek und Buning nennen. Parkplätze wurden am Ekhornsloh gebaut, ein Weg zum Kindergarten St. Silvester angelegt. Eine Allee ist die Baumreihe seitdem nicht mehr, sondern von einer Hecke umgeben. Die mächtigen Kastanien mit einem Stammdurchmesser von teilweise mehr als fünf Metern mussten aus Gründen der Verkehrssicherheit teilweise stark beschnitten werden.

Mit dem Abriss der Scheune auf dem Böckenhoff-Gelände wurde begonnen - der Startschuss der Dorfentwicklung.
Mit dem Abriss der Scheune auf dem Böckenhoff-Gelände wurde begonnen – der Startschuss der Dorfentwicklung. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Bewegung kommt nun wieder ins Ortsbild: Mit dem Abriss der Scheune auf dem Böckenhoff-Gelände, wo ein Dorfgemeinschaftshaus entstehen soll, fällt gerade der Startschuss für die Dorfentwicklung. Auch das Umfeld der Femeiche soll neu gestaltet werden – Gedanken dazu hat sich der Heimatverein bereits vor einigen Jahren gemacht, der auch eine Chance sieht, dem „grünen Herz von Erle“ wieder das alte Gesicht zu geben, wozu auch die Gestaltung des alten Pfarrgartens und der Kastanienallee gehört. Sabellek und Buning wünschen sich vor der Umgestaltung eine möglichst breit angelegte Diskussion im Ort.

So könnte sich der Heimatverein die Gestaltung des Femeichen-Umfelds vorstellen. Rechts oben ist die Kastanien-Allee zu sehen, die wieder einen Weg erhalten soll.
So könnte sich der Heimatverein die Gestaltung des Femeichen-Umfelds vorstellen. Rechts oben ist die Kastanien-Allee zu sehen, die wieder einen Weg erhalten soll. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Man habe sich an den Kreis Borken gewandt, sagt Sabellek, damit dieser die Kastanienallee unter Naturschutz stellen solle. Dabei ist das eigentlich bereits passiert – 1936 durch den Kreis Recklinghausen. „Ein freundliches, offenes Gespräch“, so Sabellek habe man mit den Mitarbeitern des Kreises Borken geführt und sei auf viel Interesse und Zustimmung gestoßen. Der Antrag des Heimatvereins soll nun geprüft werden.

Infotafel zum Weltkrieg

Deutlich sei im Gespräch geworden, dass der Kreis die Öffnung der Kastanienallee befürworte. Auch der Kriegs-Hintergrund der Allee solle, vielleicht mit einer Infotafel, beleuchtet werden. Selbst ohne die Femeiche hätten die Kastanien den Schutz verdient: Im Gespräch mit dem Kreis sei berichtet worden, dass es keine weitere derartige Gruppe von Kastanien im Kreis gebe, so Sabellek.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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