Kindergartengruppe wird in Turnhalle untergebracht

St. Martin

Es wird eng im katholischen St.-Martin-Kindergarten im Kindergartenjahr 2016/17. 14 dreijährige Kinder, die im August in den Kindergarten kommen, sowie drei, die im Laufe des Kindergartenjahrs hinzukommen, sollen in einer Übergangsgruppe in der Turnhalle untergebracht werden.

Raesfeld

, 19.04.2016, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Dies ist die momentane Anmeldesituation. Für diese Kinder müssen wir eine Übergangsgruppe schaffen“, bestätigt Jörg Heselhaus von der Gemeinde Raesfeld. Grund sei, dass die Gemeinde viele Zuzüge Anfang des Jahres verzeichnete. Die Belegung der Turnhalle sehen nicht alle Eltern als optimale Lösung. „Allein wegen der hohen akustischen Belastung in einer Turnhalle finde ich diese Lösung unzumutbar“, sagt Michaela Prost vom Elternbeirat St. Martin. Ina Gesing, Vorsitzende des Fördervereins St. Martin und des Elternbeirats von St. Martin: „Wir sind ein Bewegungskindergarten. Wenn die Turnhalle belegt ist, wo sollen dann die Kinder hin ausweichen?“

Alternativen

„Wir haben angeboten, zeitweise die Turnhalle der Grundschule sowie den Saal im Jugendhaus zu nutzen. Ein weiterer Vorschlag von Pastor Kenkel war, das Außengrundstück an der Heimatverein-Hütte am Pölleken zu nutzen. Dort könnten sich Gemeinde und Kirche als Träger vorstellen, dass das Waldstück unter freiem Himmel genutzt wird“, so Heselhaus. Für Gesing keine guten Alternativen. „Zum einem ist der Boden im Jugendhaus komplett gefliest, sodass dort kein Bewegungsangebot stattfinden kann. Was die Turnhalle betrifft: Was bleibt von einer Turnstunde noch übrig, wenn ich mit der Gruppe erst dorthin marschieren muss? Alleine das An- und Ausziehen der Kleinen nimmt viel Zeit in Anspruch.“ Für eine Betreuung in der Hütte am Pölleken müsse eine zusätzliche Kraft eingestellt werden.

Wahlverhalten

Der Träger werde Personal, wie im Gesetz vorgeschrieben, stellen, sagt Norbert Wiemer, Leiter des Familienbüros des Kreisjugendamts Borken. „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass wir zwei weitere Gruppen brauchen. Das benötigt eine bestimmte Zeit, bis das umgesetzt wird.“ Er sieht das geänderte Eltern-Wahlverhalten bei der Betreuungsstundenanzahl, was alle Kommunen betreffe, als Grund für eine Neuorganisation. Kurzfristig könne das so aussehen: „Jede Gruppe um zwei Kinder überzubelegen, ist gesetzlich möglich, sodass durchaus mit 27 Kindern eine Gruppe entstehen kann.“ Heselhaus sagt: „Wir müssen ab 2017 eine neue Einrichtung haben. Die Frage ist, wo? Ob ein weiterer Kindergarten gebaut oder in die Bestandsimmobilie eingefügt wird, damit fangen wir jetzt an. Und es geht in die politischen Gremien.“