Landhaus Keller - „Keiner wusste, wer der Telefonbieter war“

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Zur Versteigerung des Landhauses Keller, das die Gemeinde für 1,16 Millionen Euro gekauft hat, gab Bürgermeister Andreas Grotendorst im Ausschuss Auskunft. Für ihn eine Gratwanderung.

Raesfeld

, 22.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist und bleibt eine Grundstücksanlegenheit“, sagte Grotendorst gleich zu Beginn seines Berichts im Raesfelder Hauptausschuss. Dieser Aspekt könne nur im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung zum Thema werden.

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Zudem hatte sich ein Bürger an die Kommunalaufsicht gewandt, um überprüfen zu lassen, ob der Rat nicht im Vorfeld über die Absicht der Teilnahme der Gemeinde an der Versteigerung informiert hätte werden müssen. Eine Dringlichkeitsentscheidung sei deshalb nicht notwendig gewesen, so der Bürger. Grotendorst sagte auch zum diesem Thema nichts im öffentlichen Teil, da er vom Rat bislang keine Freigabe zur Veröffentlichung von entsprechenden Infos erhalten habe.

„Keiner wusste, wer der Telefonbieter war“

Grotendorst schilderte, dass die Gemeinde im Vorfeld der Versteigerung mit vielen Interessenten gesprochen habe. „Bis zum 3. September war kein Gespräch so zielführend, dass wir sicher waren, ob das jetzt jemand kauft oder nicht.“ Am 4. September bot Grotendorst dann mit einer kleinen Delegation aus Politik und Verwaltung mit. „Keiner wusste, wer der Telefonbieter war - wir wissen es bis heute nicht.“

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Grotendorst: „Wir waren da alle schon sehr angespannt, da wir in Sekundenschnelle entscheiden mussten.“ Alle Augenpaare im Saal seien auf die Vertreter der Gemeinde gerichtet gewesen. „Das ist eine Situation, die brauchen wir jetzt nicht jeden Tag“, so Grotendorst.

Keine Auskunft über mögliche Interessenten

Über mögliche Interessenten, sowohl was die Investitionsseite als auch den Betrieb betrifft, wollte Grotendorst auf Nachfrage keine Auskunft geben, da dies den Verhandlungsverlauf beeinträchtigen könne. „Was ist der Wunsch der Gemeinde?“, fragt Rupert Koller (UWG), der einen Verkauf oder eine Verpachtung als Möglichkeiten nannte. „Da sind wir wir mittendrin in Grundstücksverhandlungen, das gehört in den nichtöffentlichen Teil“, so Grotendorst, der aber auch sagte: „Kerngeschäft einer Kommune ist es nicht, eine Hotelrezeption zu haben.“

Klaus Rybarczyk (SPD) fragte, ob die Festlegung des Rats, dass auf dem Gelände des Landhauses Keller nur ein Hotelbetrieb erlaubt sei, nicht gereicht hätte. Grotendorst verneinte, ohne wiederum ins Detail gehen zu wollen. „Jeder kann sich ausmalen, was man im weitesten Begriff unter Hotel fassen kann und was wir auf keinen Fall dorthin haben wollen.“ Für die Gemeinde sei der Standort wichtig, um dort Touristen und Tagungsgäste der Akademie des Handwerks unterbringen zu können.

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