Landhaus Keller soll Hotel bleiben – Insolvenzverwalter sieht „Risiko einer Bauruine“

mlzLandhaus Keller

Die Gemeinde Raesfeld will künftig die Nutzung des Landhauses Keller als Altenheim verbieten. Dem Insolvenzverwalter passt das gar nicht. Er hat nun Widerspruch eingelegt.

Raesfeld

, 07.01.2020, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Politik und Verwaltung in Raesfeld sind sich einig: Das Landhaus Keller in der Nähe des Schlosses soll ein Hotel bleiben. Und zwar ausschließlich ein Hotel. Der parallele Betrieb eines Altenpflegeheims im Landhaus Keller soll nur noch als Bestandslösung gesichert sein, künftig aber durch eine Änderung des Bebauungsplans verboten werden. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Rat im November.

Insolvenzverwalter: Demografischer Faktor nicht berücksichtigt

Doch es gibt Gegenwind. Der Insolvenzverwalter der Unternehmensgruppe Keller hat Widerspruch gegen die geplante Änderung des Bebauungsplans eingelegt. Der vorgeschriebene demografische Faktor sei von der Gemeinde nicht berücksichtigt worden, sagt Insolvenzverwalter Rolf Weidmann.

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Laut einer Prognose des Landesbetriebs IT.NRW soll sich der Anteil der Raesfelder, die 80 Jahre oder älter sind, bis zum Jahr 2040 um fast 180 Prozent auf 1629 Menschen erhöhen.

Am Amtsgericht Essen war im vergangenen Jahr das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Keller Dienstleistungen und Sozialimmobilien GmbH & Co. KG sowie der Alten- und Pflegeheime Familie Keller GmbH eröffnet worden (DZ+). Als Reaktion darauf hatte sich die Gemeinde ein Vorkaufsrecht auf das Landhaus Keller gesichert.

Als städtebauliches Ziel wurde angesichts zweier Hotelschließungen (Epping und Niewerther Hof) „die Intensivierung dieses Hotelstandortes“ ausgegeben. Das Areal hat laut Verwaltung eine besondere städtebauliche Bedeutung für die Gemeinde und sei zudem „nicht optimal für die Einrichtung zur Seniorenbetreuung“.

Investoren wollen Landhaus als Altenheim erweitern

Insolvenzverwalter Weidmann hat nach eigenen Angaben „über zwei Dutzend Hotelketten bzw. Hoteliers“ angesprochen, die aber keinerlei Interesse signalisiert hätten. Interessierte Investoren wollen stattdessen das Landhaus Keller als Altenheim fortführen und als solches möglichst noch erweitern, „bis hin zu einer Verdoppelung der Arbeitsplätze“, so Weidmann. Wenn die Gemeinde bei ihrer Haltung bleibt, drohe das „Risiko einer Bauruine in exponierter Randlage des Schlosses“.

Der Hotelbetrieb im Landhaus Keller ist aus wirtschaftlichen Gründen bereits eingestellt worden. Der Betrieb des Altenheims läuft weiter. Das Haus bietet 20 Plätze und Arbeit für 26 Beschäftigte. Die Verwaltung der Unternehmensgruppe Keller ist inzwischen von Dorsten nach Raesfeld umgezogen.

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