Der letzte Weihnachtsmarkt auf Preen’s Hoff lockte wieder Tausende Besucher an

mlzAbschied mit Wehmut

Abschied vom Weihnachtsmarkt auf Preen‘s Hoff. Zum letzten Mal hatte Familie Schulte-Kellinghaus ihr Landgut für die Veranstaltung liebevoll hergerichtet. Wehmut machte sich breit.

Raesfeld

, 16.12.2019, 09:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bettina Kassack ist jahrelang aus Düsseldorf hergekommen, um ihren selbst gemachten Schmuck auf dem Weihnachtsmarkt auf Preen‘s Hoff anzubieten. „Hier ist alles so stimmig“, lobt die Händlerin mit dem kleinen Stand. „Geradezu familiär. Wenn der Markt vorbei ist, setzen sich Händler und Veranstalter zu einem Reste-Essen zusammen.“ Die Düsseldorferin weiß noch nicht, wo sie demnächst ein ähnliches Zusammengehörigkeitsgefühl erleben soll, denn der 26. Markt auf dem wohl präparierten Preen‘s Hoff wird der letzte sein.

„Das ist so schade“, sagt auch Christiane Höfele aus Bottrop, die hier zum 19. Mal frischen Eierpunsch, Glühwein und selbstgemachte Leckereien aus ihrer Küche anbietet. Sie hätte gern noch mit ihren Helfern aus dem Familienkreis das 20. Jubiläum erlebt, kann aber die Entscheidung von Familie Schulte-Kellinghaus verstehen, die vor der vielen zusätzlichen Arbeit, die der Weihnachtsmarkt mit sich bringt, kapituliert hat.

Besucher und Händler bedauern das Ende

Man brauche drei bis vier Wochen, um den ganzen Hof für den Weihnachtsmarkt „in Schuss“ zu bringen, erklärte Karin Schulte-Kellinghaus im September im Gespräch mit unserer Redaktion. Rund um den dritten Advent seien dann die ganze Familie und viel Personal eingespannt, das lasse sich parallel zu den vielen Festen und Feiern auf dem Hof nicht mehr leisten.

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Letzter Weihnachtsmarkt auf Prenn's Hoff

Ein liebevoll dekoriertes Landgut, Tausende von Besuchern, über 50 Stände mit hübschen Sachen, schönes Wetter und dennoch ein Hauch von Wehmut und Traurigkeit: Zum letzten Mal fand der Weihnachtsmarkt auf Preen's Hoff statt.
15.12.2019
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Ein schriftlicher Dank an Familie Schulte-Kellinghaus.© Petra Berkenbusch
Engel und Frösche aus der Feder einer Telgterin.© Petra Berkenbusch
Bettina Kasack bedauert den Abschied vom Preen's Hof.
© Petra Berkenbusch
Socken in allen Größen und Farben.© Petra Berkenbusch
Teresa tobte im Heu.© Petra Berkenbusch
Die Wandergruppe aus Raesfeld belohnte sich mit Eierpunsch.© Petra Berkenbusch
Familie Höfele aus Bottrop war zum 19. Mal dabei.© Petra Berkenbusch
Letzter Weihnachtsmarkt auf Preen's Hoff.© Petra Berkenbusch
Stockbrotbacken.© Petra Berkenbusch
Preen's Hoff war wieder liebevoll dekoriert.© Petra Berkenbusch
Auch das Hofcafé war gut besucht.© Petra Berkenbusch
Auf den heißen Sahnelikör gab's noch einen Sahnetuff.© Petra Berkenbusch
Wilfried und Sabine Glasser bedauern das Ende. © Petra Berkenbusch
Letzter Weihnachtsmarkt auf Preen's Hoff.© Petra Berkenbusch
Holzkunst für drinnen und draußen.© Petra Berkenbusch

Deshalb mischte sich am Wochenende bei Besuchern und Händlern ein wenig Wehmut in die Begeisterung über den kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt abseits vom Mainstream-Geschiebe auf den großen Märkten der umliegenden Großstädte.

In den Schlangen vor den Ständen wurden schon Tipps ausgetauscht, wo es auch schön sein soll, aber „so wie hier ist es vermutlich nirgendwo“, beklagte eine ältere Dame das Ende des Weihnachtsmarktes auf Preen’s Hoff. Sabine Glasser, die mit ihrem Mann Wilfried in Haltern lebt und Schmuck aus Omas altem Silberbesteck auf dem Weihnachtsmarkt anbietet, ist traurig über das Ende des Marktes.

„Wir sind schon weit rumgekommen, aber das ist sicher einer der schönsten Weihnachtsmärkte.“ Wie viele andere Händler suchen sie fürs nächste Jahr einen adäquaten Ersatz. Auch Bärbel Loddenkötter aus Telgte weiß noch nicht, wo sie im nächsten Jahr ihre lustigen Engel- und Froschbilder verkaufen wird.

Dank an Familie Schulte-Kellinghaus

Christiane Höfele ist noch gar nicht sicher, ob sie weitermacht. Ihr war es wichtig, sich bei Familie Schulte-Kellinghaus und dem ganzen Team für den tollen Markt und das liebevoll gestaltete Ambiente zu bedanken. Diesen Dank hat sie laminiert und auf alle Stehtisch gelegt. Er gilt den Hausherren und den Gästen, die sich zum letzten Mal einen „Wandas Eierpunsch“ gönnen.

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