Mehr Brände als im Vorjahr - Feuerwehr sieht die Verwaltung in der Pflicht

Jahresbericht

Mehr Brände als 2018 musste die Feuerwehr bekämpfen. Der Jahresbericht des Feuerwehr-Chefs zeigt, dass Tagesverfügbarkeit ein Problem bleibt. Die Verwaltung sei in der Pflicht.

Raesfeld

, 22.01.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr Brände als im Vorjahr - Feuerwehr sieht die Verwaltung in der Pflicht

Ein hoher Schaden entstand beim Brand auf einem Bauernhof in Erle im April 2019. Die Solarzellen auf dem Dach erschwerten die Brandbekämpfung. © Guido Bludau (Archiv)

141 Einsätze hatte die Raesfelder Feuerwehr 2018, 123 waren es im Jahr 2019. Feuerwehr-Chef André Szczesny hat nun den Jahresbericht vorgelegt, der zeigt, dass allerdings die Zahl der Brände deutlich gestiegen ist: von 23 auf 39. Den Hauptanteil der Einsätze macht nach wie vor die „Technische Hilfeleistung“ aus: 87 Einsätze im Jahr 2018, 64 im Jahr 2019.

Mehr als 400 Arbeitsstunden mussten die Löschzüge Raesfeld und Erle im April leisten: Dies war 2019 der anstrengendste Monat für die Feuerwehr. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Großbrand eines Bauernhofs in Erle. Die Brandbekämpfung war aufgrund der Solarzellen auf dem Dach des brennenden Gebäudes schwierig.

Der Bericht listet auch die vielen Stunden auf, die die Ehrenamtlichen für Lehrgänge, Aus- und Weiterbildung, Übungen, Fahrzeugpflege, Dienstbesprechungen und vieles mehr aufwendeten.

Neues Fahrzeug

Ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug soll der Löschzug Erle bekommen. Die Ausschreibung in drei Losen liege der Gemeindeverwaltung vor, so André Szczesny. „Wir hoffen, die Angebote im Frühjahr 2020 vorliegen zu haben, im Anschluss die Vergleichsvorführung durchzuführen, sodass das Fahrzeug im zweiten Quartal durch die Gemeindeverwaltung bestellt werden kann.“ Mitte 2022 könnte das Fahrzeug dann in den Dienst genommen werden.

Erfreulich ist, dass die Zahl der Aktiven 2019 gestiegen ist. 2018 waren noch 101 Feuerwehrleute in beiden Löschzügen, 2019 kamen fünf hinzu. Szczesny: „Die Feuerwehr Raesfeld wird sich weiterhin intensiv in der Mitgliederwerbung engagieren. Die Jugendfeuerwehr Raesfeld hatte im Jahr 2019 eine sehr positive Entwicklung, auch in der Einsatzabteilung konnten einige Quereinsteiger neu begrüßt werden.“

Verwaltung soll helfen

Ein großes Thema sei die Tagesverfügbarkeit, so Szczesny, der die Zahl der Wehrleute, die tagsüber bei der Feuerwehr einspringen können, noch vor einem Jahr als „absolut grenzwertig“ bezeichnet hatte. Es werde daran gearbeitet, diese Verfügbarkeit zu verbessern, so der Feuerwehr-Chef, der aber auch die Verwaltung in der Pflicht sieht. Diese müsse Mitarbeiter aus den eigenen Reihen für den Dienst in der Feuerwehr begeistern oder Feuerwehrangehörige bei Stellenausschreibungen bevorzugen.

Handlungsbedarf gebe es auch bei Ausrüstung und Fahrzeugen. Szczesnys Fazit: „Alles im allen hatte die Feuerwehr Raesfeld ein gutes Jahr 2019 und ist auf dem richtigen Weg für die Zukunft, Stellschrauben an denen man drehen muss, wird es immer weiter geben.“

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