Mülltonnen überfüllt: Kritik an Vier-Wochen-Rhythmus

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Die vier Wochen Wartezeit bis zur nächsten Leerung der Gelben Tonnen sorgen an vielen Stellen für überfüllte Müllgefäße. Eine Fraktion will den Rhythmus verkürzen, stößt aber auf Ablehnung.

Raesfeld

, 26.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang des Jahres wurden die Gelben Tonnen in Raesfeld eingeführt. Dass sie alle vier Wochen abgeholt werden, sei, so Bürgermeister Andreas Grotendorst im November im Rat, auch ein Beitrag zum Klimaschutz: Denn so würden die Müll-Lkws „nur noch halb so oft wie bisher durch Raesfeld fahren“.

In den Sozialen Medien wurde allerdings bereits im April Kritik geäußert, dass der Vier-Wochen-Rhythmus dazu führe, dass die Tonnen überfüllt seien und häufig Gelbe Säcke neben die Tonnen gestellt würden. „Man stopft nur noch und hofft, dass alles passt“, so ein Kommentator.

Die UWG äußert nun dieselbe Kritik. „Nachdem seit Anfang des Jahres die Gelben Tonnen eingeführt wurden, hat sich nun herausgestellt, das viele Haushalte, vor allem auch in Mehrfamilienhäusern, nicht mit den zur Verfügung stehenden Tonnen auskommen“, so Fraktionsvorsitzender Wolfgang Warschewski.

Kein Platz für weitere Tonnen

Teilweise seien Tonnen überfüllt und stünden dadurch offen. Seine Fraktion halte es deshalb für notwendig, die Tonnen in kürzerem Zeitabstand zu leeren. „Man könnte dem entgegen halten, dass weitere Tonnen beantragt werden können. Es ist aber bei vielen Häusern aus Platzgründen nicht möglich, weitere so voluminöse Tonnen aufzustellen.“

Die Verwaltung empfiehlt allerdings dem Hauptausschuss, der am 2. Juni tagt, dem Antrag der UWG nicht zu folgen. Bei den Verhandlungen mit dem Dualen System habe man den Kreis Borken für die Kommunen verhandeln lassen, um ein kreisweit einheitliches Ergebnis zu erhalten, so Thomas Grewing von der Finanzverwaltung.

Forderung konnte nicht durchgesetzt werden

Man sei seitens der Raesfelder Gemeinde mit der Forderung der zweiwöchentlichen Abholung in die Verhandlungen gegangen - diese Forderung habe aber nicht durchgesetzt werden können. Dafür könnten Mehrmengen an Leichtverpackungen (LVP) kostenlos am Wertstoffhof abgegeben werden.

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Der Vertrag mit der Firma Logermann gelte bis zum 31. Dezember 2022. Grewing: „Eine für die Gemeinde beziehungsweise die Bürger kostenneutrale Änderung“ der vereinbarten Details sei „zum jetzigen Zeitpunkt insofern vertraglich gar nicht möglich.“

Grewing: „Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass vier Monate nach Systemumstellung nicht erwartet werden kann, dass bereits alles reibungslos läuft. Hinzu kommt die Corona-Krise, die sicherlich auch zu einem geänderten Aufkommen an Leichtverpackungen beigetragen hat.“ Dem Umstell-Prozess, insbesondere in dieser Sondersituation, solle „mehr Zeit eingeräumt werden“, so Grewing.

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