Regenwasser erfordert Gemeinde-Ausgaben in Millionenhöhe

Regenrückhaltebecken

Welch hohe Kosten beim Umgang mit Regenwasser auf eine Gemeinde wie Raesfeld zukommen können, wurde am Montag in der Sitzung des Rats deutlich.

Raesfeld

, 19.03.2019, 16:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Bau eines neuen Regenrückhaltebeckens zur Erweiterung des Gewerbegebiets Raesfeld-Süd stand mit Kosten von 320.000 Euro auf der Tagesordnung. Dies wurde einstimmig beschlossen. Auch weil es ansonsten von der unteren Wasserbehörde keine Genehmigung der Gewerbegebietserweiterung gegeben hätte.

Doch Bernd Roters, Chef der Bauverwaltung, legte eine weitere Karte auf, die insgesamt sieben Regenrückhalte- und Regenklärbecken zeigte, die in den nächsten Jahren neu- oder umgebaut werden müssen. So wolle man den Weinbergteich in Schlossnähe ertüchtigen als Regenrückhaltebecken, wobei die Durchgängigkeit des Teichs erhalten bleiben müsse. An der Stockbreede müsse ein Sickerbecken erweitert werden, so Roters. „Das werden wir 30 Meter in Richtung B 224 vergrößern.“

Ein Regenklärbecken ist an der Hüningsbreede notwendig. Auf Nachfrage, was man sich darunter vorstellen muss, erklärte Roters, das sei ein Betonbauwerk, 26 Meter lang, 5,50 Meter breit und 6 Meter tief. „Eine riesengroße Betonwanne.“ Dort sammle sich etwa durch Reifenabrieb belastetes Regenwasser des Gewerbegebiets, das dann zur Kläranlage durchgeleitet werde.

38,5 Liter pro Sekunde

Die Regenrückhaltebecken seien notwendig, da man nur eine gewisse Wassermenge etwa dem Döringbach zuleiten dürfe. „Wir dürfen als Kommune 38,5 Liter pro Sekunde zuleiten“, erklärte Roters: „Ohne Regenrückhaltebecken würden wir in der Größenordnung 1500 Liter pro Sekunde liegen.“

Nicht beraten wurde der Tagesordnungspunkt zur Gründung des Zweckverbands Hochwasserschutz Issel. Neun von zehn Kommunen haben dieser Gründung zugestimmt. Die Raesfelder Politiker wollen sich grundsätzlich ebenfalls solidarisch verhalten, allerdings eine Deckelung der möglichen Kosten erreichen. „Das wäre sonst ein Blankoscheck, den wir unterschreiben würden“, so Bürgermeister Andreas Grotendorst. Die Verwaltung arbeite derzeit an einer Lösung, die man in einer Sondersitzung des Rats vorstellen wolle.

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