Säuleneichen an der Silvesterkirche werden gefällt

Silvesterkirche

Gegen die Stimmen von SPD, Grünen und UWG hat der Bau- und Umweltausschuss die Fällung der Säuleneichen an der Erler Silvesterkirche beschlossen. Ein Teil der Planung wurde geändert.

Raesfeld, Erle

, 19.02.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Säuleneichen an der Silvesterkirche werden gefällt

Die Säuleneichen rund um die Silvesterkirche sollen für die Umgestaltung des Kirchplatzes weichen. Das hat der Bau- und Umweltausschuss am Montag beschlossen. © Berthold Fehmer

Um die Neugestaltung des Kirchplatzes an der Silvesterkirche wurde im Ausschuss lange gerungen. Bei einem Ortstermin hatten sich die Ausschussmitglieder darauf geeinigt, dass es zwei Beleuchtungstypen geben soll. „Einmal soll der Turm an drei Seiten durch Bodenstrahler angeleuchtet werden“, sagte Bernd Roters von der Bauverwaltung. Zudem sollen drei Fluter die Kirche anstrahlen.

Letzteres passiert bereits jetzt. Die Idee, so Roters sei, dass man die Fluter zu späterer Stunde abschalten beziehungsweise individuell steuern wolle, wenn etwa um Weihnachten nur noch die Turmbeleuchtung aktiv sein solle.

Um die Kirche herum sollen Straßenleuchten wie am Rathaus installiert werden. Einigen konnten sich die Politiker auch auf ein Klinkerpflaster mit Bänderung aus Natursteinpflaster. Embleme sollen als Rosette aus Natursteinpflaster angelegt werden.

Diskussion um Fällung der Säuleneichen

Eine Diskussion gab es aber um die geplante Fällung der Amerikanischen Säuleneichen. „Nicht grundlos“, so Roters schlage die Verwaltung das vor. Mehrere Gründe führte er an. Die 50 Jahre alten Kanäle seien undicht und müssten ersetzt werden. Um den einzuhaltenden Abstand zu den Bäumen zu ermitteln, müsse man sich die Kronen der Bäume am Boden vorstellen und dazu einen 1,50-Meter-Abstand einhalten. „Da bleibt nicht mehr ganz viel Platz über.“

Eine Alternative zum Ersatz der Kanäle gebe es nicht, so Roters. Die vorhandenen 150er-Leitungen mit Inlinern zu versehen, sei keine Variante. Das Aufnahmevolumen entspreche nicht mehr dem Stand, der eigentlich auf ein fünfjähriges Hochwasser ausgelegt werde.

„Das ist Füße abhacken“

Würde man die Bäume stehen lassen, müsste man die Wurzeln „stark angreifen“, so Roters. Vor allem der Baum im östlichen Teil, wo eine Rampe zum dortigen Altenheim eine Änderung der Höhenlage erfordert, sei nicht zu halten. Diesem müsse man die Hälfte der Wurzeln abschneiden, falls er stehen bleiben solle. „Ich habe mal salopp gesagt: Das ist kein Haareschneiden mehr, das ist Füße abhacken.“ Das werde der Baum nicht überleben. „Wenn wir ihn stehen lassen, können wir an der Höhenlage nichts machen.“

Klaus Rybarczyk (SPD) sprach sich für den Erhalt der Säuleneichen aus - Zustimmung gab es von Wolfgang Warschewski (UWG) und Norbert Brömmel (Grüne). Man solle die alten Kanäle im Boden lassen und neue in Entfernung zu den Bäumen „wurzelfest“ einbauen, so Rybarczyk. Und er kritisierte den Plan der Verwaltung, Linden als Ersatzbäume vorzusehen. „In der Blütezeit sorgen diese für einen Schmierfilm auf dem Pflaster. Ich habe selbst vor dem Haus eine Linde.“

Von den Linden habe man mittlerweile Abstand genommen, sagte der Erste Beigeordnete Martin Tesing. Kirschbäume ohne Früchte sollen es nun werden. Bezweifelt wurde von SPD und UWG die von der Verwaltung zuvor geäußerte Beschattung umliegender Wohnungen durch die Bäume. „Aus Richtung Raesfeld kommend sieht man, dass die Bäume höher sind als das Kirchendach“, sagte Hans-Jochen Welsing (CDU). Ihm tue es auch leid um jeden Baum, aber ein freier Blick zur Kirche sei auch von Bedeutung.

„Wir durchkreuzen alles“

Eine Verlegung neuer Kanäle, ohne die Bäume zu tangieren, sei nicht möglich, sagte Roters. „Wir durchkreuzen alles.“ Es gebe nicht nur einen Strang an Leitungen, sondern man werde „mit den Wurzeln immer in Konflikt kommen, ob wir wollen oder nicht“. Bei einer Kamerabefahrung habe man etliche Wurzeleinwüchse festgestellt. Die Kanäle seien also definitiv nicht dicht. „Im Wasserschutzgebiet sind wir gesetzlich verpflichtet, das abzustellen.“

Auf die behindertengerechte Rampe zum Seniorenheim zu verzichten, sei keine Lösung. Ein Teil der Fördergelder (250.000 Euro) habe man bekommen, um den Kirchplatz barrierefrei zu gestalten. Darauf zu verzichten, könne also förderschädlich sein, so Tesing.

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