Die Arbeiten am Kirchplatz der Silvesterkirche profitierten vom Corona-Jahr - alles wurde pünktlich fertig. In der Jahresstatistik der St.-Martin-Gemeinde sind die Auswirkungen der Pandemie zum Teil deutlich ablesbar. © Lamers, Fehmer (2)
Silvesterkirche

Sanierung kam rechtzeitig: „Sonst wäre uns der ganze Turm abgefackelt“

Seit etwa einem halben Jahr wird am Erler Kirchplatz gearbeitet. Jetzt steht er kurz vor der Fertigstellung. Ein Risiko für die Silvesterkirche fiel glücklicherweise bei den Arbeiten auf.

Für den vierten Adventssonntag war die Feier und Einsegnung des neugestalteten Kirchplatzes in Erle eigentlich geplant, sagt Georg Badurczyk vom Kirchenvorstand. „Das wird verschoben auf das Frühjahr.“ Der Grund, natürlich: Corona. Und dies sei auch der Grund, warum man jetzt keinen Termin festlegen wolle, da man die Entwicklung nicht absehen könne.

Noch sind die Arbeiter nicht ganz fertig, aber der anvisierte Termin soll gehalten werden.
Noch sind die Arbeiter nicht ganz fertig, aber der anvisierte Termin soll gehalten werden. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Die kaputte Kanalisation im Untergrund war der Auslöser, dass der Kirchplatz in diesem Jahr saniert und neu gestaltet werden konnte. Pläne dazu hatte es schon vor 20 Jahren gegeben, die aber mangels finanzieller Möglichkeiten nicht umgesetzt werden konnten. Politische Gemeinde und Kirchengemeinde hatten gemeinsam die neuen Pläne entwickelt. Diese Zusammenarbeit habe sehr gut funktioniert, sagt Badurczyk, der auch das Bauunternehmen Beckmann lobt, dass die Arbeiten umsetzte.

Bei den Arbeiten an der Kanalisation fand man nicht nur heraus, dass die mittlerweile gefällten Bäume ihre Wurzeln bereits tief in die Rohre geschlagen hatten, sondern auch, dass der Blitzableiter der Kirche, der sich im Untergrund ringförmig um das Gebäude zieht, defekt war. Markus Lamers vom Kirchenvorstand ist froh, dass dieser Fehler auffiel: „Sonst wäre uns der Turm bei Blitzschlag abgefackelt.“

Keine Unterbrechungen wegen Corona

Mit den Arbeiten sei man gut vorwärts gekommen, berichtet Bauleiter Jens Ammerschuber – was zum Teil auch Corona zu verdanken sei, da es keine Unterbrechungen aufgrund kirchlicher Feste (etwa Kommunion) gegeben habe. 1.400 Quadratmeter holländisches Klinkerpflaster wurden verlegt, insgesamt neun Bänke aufgestellt, 15 Bäume neu gepflanzt und sogar die neu angelegte Rasenfläche rund um die Kirche ist angegangen – und das im Dezember! „Es war sehr mild.“

Mit hochwertigem holländischen Klinkerpflaster wurden auch die Wege zum Kirchplatz gepflastert. Bauleiter Jens Ammenschuber, Georg Badurczyk und Markus Lamers (beide Kirchenvorstand) betrachten das Ergebnis.
Mit hochwertigem holländischen Klinkerpflaster wurden auch die Wege zum Kirchplatz gepflastert. Bauleiter Jens Ammenschuber, Georg Badurczyk und Markus Lamers (beide Kirchenvorstand) betrachten das Ergebnis. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Vor den Türeingängen finden sich nun christliche Symbole im Pflaster: Pax (Friede), Alpha und Omega (erster und letzter Buchstabe des griechischen Alphabets und Symbole für Anfang und Ende) sowie das Symbol des Fisches. Der neue Bücherschrank neben der überarbeiteten und neu platzierten Skulptur „Die Lesende“ wurde bereits vor einigen Tagen vorgestellt.

Altar kann auch draußen aufgebaut werden

Der Bereich zwischen der Kirche, dem Silvesterhaus und dem Betreuten Wohnen könne in Zukunft wesentlich besser genutzt werden, sagt Badurczyk. So könne man den Altar bei Bedarf auch mal draußen aufbauen.

Ein Highlight, im wahrsten Sinne des Wortes, ist die neue Beleuchtung. Sechs Bodenstrahler, vier Spots und acht Beleuchtungs-Poller sorgen für eine effektvolle Beleuchtung der Kirche und seines Umfelds. Lamers zeigt auf seinem Smartphone ein Bild der beleuchteten Kirche und sagt: „Wie ein Dom!“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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