Sarah Connor und Oliver Pocher unterstützen Erlerin beim Kampf für junge Missbrauchsopfer

mlzSexueller Missbrauch

Mit einem Musikclip will die gebürtige Erlerin Anna Buning das Hilfsangebot „KidKit“ für jugendliche Missbrauchsopfer bekannt machen. Prominente wie Sarah Connor helfen dabei.

Raesfeld

, 18.12.2019, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Ort: ein Spielplatz. Kinder rutschen und schaukeln. Auch Erwachsene sind da, aber alle haben verbundene Augen. Sie telefonieren oder sind in Unterhaltungen versunken. Um das traurige Mädchen, das unter einem Spielgerät hockt, kümmert sich niemand.

Das ist die Einstiegsszene des Musikclips, der seit Montag bei YouTube zu sehen ist. Realisiert wurden Musik und Video von der gebürtigen Erlerin Anna Buning.

„Wir können dich hören“, so lautet der Titel, den Buning mit Dominik Probert geschrieben hat. Und das ist auch die Nachricht, die Buning mit diesem Clip an Kinder und Jugendliche senden will. 15.000 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch registriert die Polizeistatistik jährlich, rund 40 Fälle pro Tag. Die Dunkelziffer wird rund 20-mal höher geschätzt.

Sarah Connor und Oliver Pocher unterstützen Erlerin beim Kampf für junge Missbrauchsopfer

Die gebürtige Erlerin Anna Buning will mit einem Video auf sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen. © privat

Kinder und Jugendliche, die Missbrauchopfer werden, erleben Scham und Angst. Sie würden anschließend oft Andeutungen machen, sagt Buning. „Es ist das Schlimmste für Jugendliche, wenn sie sich jemandem anvertrauen, aber ihnen nicht zugehört oder ihnen nicht geglaubt wird.“

Mit dem internetbasierten Hilfsangebot „KidKit“ will die Projektkoordinatorin Anna Buning Betroffene ermutigen, sich Hilfe zu holen. Erklärt wird auf der Seite, was sexueller Missbrauch ist, woran man ihn erkennt, welche Folgen er für die Opfer hat, welche Rechte Opfer haben und was man tun kann, um sich und andere zu schützen.

„Ich musste immer Geige in der Kirche spielen“

Dass Buning ein Musikvideo nutzen will, um den Bekanntheitsgrad des Angebots, das von der Drogenhilfe Köln und dem Verein KOALA getragen wird, zu steigern, kommt nicht von ungefähr. Bunings Vater war lange Jahre Organist in der Silvestergemeinde, die Mutter leitete den Kinderchor. „Ich musste immer Geige in der Kirche spielen“, erinnert sich Anna Buning (41) und lacht. Auch jetzt ist sie noch häufig in Erle, um mit ihrer Tochter die Eltern zu besuchen.

Nach dem Abitur verließ sie Erle, studierte Soziale Arbeit und arbeitete nebenbei als Model und als Musikerin, unter anderem mit Sarah Connor, Herbert Grönemeyer und Robbie Williams. Derzeit macht Buning eine Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. „Damit bin ich fast fertig.“ Für Kidkit übernimmt sie seit Jahren die wissenschaftliche Begleitung und koordiniert seit 2010 die Öffentlichkeitsarbeit.

Sarah Connor und Oliver Pocher unterstützen Erlerin beim Kampf für junge Missbrauchsopfer

Im Alten Kesselhaus in Düsseldorf endet das Musikvideo. © KidKit

Ihre musikalischen Kontakte nutzte Buning nun für das Video. Sarah Connor übernahm die Schirmherrschaft. Der New Life Gospel Choir aus Düsseldorf machte mit und singt beim furiosen Finale. Und weitere Prominente zogen mit. „Wir haben ganz viele angefragt“, sagt Buning: Janine Kunze, Oliver Pocher, Shary Reeves, Natasha Kimberly, Wolfram Kons, Laura Karasek und Thomas M. Held sind mit Gastauftritten im Video zu sehen.

Die Zeitpläne und Drehgenehmigungen einzuholen, sei „total schwierig“ gewesen, sagt Buning, aber sie erlebte auch viele schöne Momente: „Janine Kunze war total nett.“

Das traurige Mädchen, das im Verlauf des Videos sogar hinter Gitterstäbe gefangen ist, kann sich befreien. Und nimmt den Erwachsenen die Augenbinden ab. Bunings Appell an alle Erwachsenen: „Schaut nicht weg, nehmt Hinweise von Kindern ernst und schaltet bei Verdacht die Behörden ein!“

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