Schloss Raesfeld zeigt Hochzeitstrends für 2020 - mindestens eine Braut fand „ihr Kleid“

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Dort wo normalerweise Hochzeiten stattfinden, wurde diesmal gezeigt was alles möglich ist. Wir haben uns durch den Hochzeitsdschungel gekämpft und haben für Sie die Trends herausgefunden.

Raesfeld

, 17.02.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Frauen strömen in Richtung Schloss. Davor ein Getränkewagen, nicht so oll wie beim Schützenfest, nein sogar richtig festlich, mit Sekt. Für einen Sonntagmorgen, nicht ganz 11 Uhr, ist hier ganz schön etwas los. Es ist Hochzeitsmesse, die erste auf Schloss Raesfeld. Und das sieht man, denn wohin ich blicke, fast überall sind nur Frauen. Vereinzelt sehe ich mal einen Mann, meist auch etwas schüchtern, in einer Ecke stehen.

Wenig Gäste bis hin zum Microwedding

Zu Beginn frage ich eine Frauengruppe, wo der Eingang ist. Freundlich zeigen die drei mir den Weg. Auf die Frage was noch gesucht wird, erzählt mir die Braut, dass sie eigentlich nur noch das Kleid braucht, alles andere ist in trockenen Tüchern. Ich wünsche ihr viel Erfolg und begebe mich in mir unbekannte Gefilde.

Auf der Hochzeitsmesse auf Schloss Raesfeld suchte Jenni Nowakowski (Mitte) ein Brautkleid.

Auf der Hochzeitsmesse auf Schloss Raesfeld suchte Jenni Nowakowski (Mitte) ein Brautkleid. © Schulz-Gahmen

Zu Beginn stoße ich auf einen Stand, an dem es den „Wedding Guide“ gibt. Laura Idem ist Redakteurin dort und verrät mir die Trends für die Hochzeitssaison 2020: „Die Gästezahl wird immer kleiner, daher sind auch Tafeln sehr beliebt, so können alle zusammen an einem Tisch sitzen. Außerdem gibt es sogar Tendenzen hin zu Microwedding.“ Noch nie etwas von Microwedding gehört? Ich auch nicht - bis jetzt. Beim Microwedding geht es darum, den besonderen Moment zu genießen und zwar zu zweit. Das heißt, ohne Gäste, nur das Brautpaar. Hört sich in meinen Ohren ziemlich perfekt an, aber weiter.

Vintage- und Bohostil ist weiterhin gefragt

Laura Idem erklärt mir weiter, dass Outdoor-Hochzeiten noch immer voll im Trend liegen, in Gewächshäusern, im Wald und auf Wiesen. Bei der Dekoration ist immer noch der Vintage- und Bohostil sehr gefragt.

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Ich muss nachfragen, denn so richtig sagt mir das jetzt nichts. „Vintage und Bohemien zeigt sich durch viel enganliegende Spitze“, erklärt Laura Idem es mir, damit ich mir etwas darunter vorstellen kann.

Wünsche so individuell wie das Brautpaar selbst

Bei den Hochzeitstorten angelangt, staune ich erst einmal. Trend hier sind eindeutig: Dropcakes. Das sind mehrstöckige Torten, bei denen an den Seiten die Verzierung herunterläuft. „Aber auch Naked-Cakes und Semi-Naked-Cakes sind total gefragt“, sagt mir Petra Veelken von der Bäckerei Becker. Bei der Konditorei seien der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Petra Veelken weiß genau welche Torten gerade im Trend liegen.

Petra Veelken weiß genau welche Torten gerade im Trend liegen. © Schulz-Gahmen

Auch bei Traureden setzt Anja Gilly auf die Individualität der Brautpaare, da gibt es keine Trends. Weitere Trends, die ich finde, sind: roséfarbene Trauringe, Kreuzfahrten und U.S.A.-Reisen als Hochzeitsreisen und getrockneter Blumenschmuck, der mietbar ist. „Viele wollen nicht alles kaufen, weil es nur für einen Tag ist“, sagt Michele Evangelista von „Glücksblume“. Ein weiteres Highlight: eine Candybar - auch voll im Trend.

Voll im Trend liegt auch die Candybar, hier können Gäste naschen, während sie auf die Braut warten.

Voll im Trend liegt auch die Candybar, hier können Gäste naschen, während sie auf die Braut warten. © Schulz-Gahmen

Wachssiegel und Eukalyptus

Ich bedanke mich und gehe weiter zu den Einladungen. Auch falsch, wie ich merke, denn es nennt sich „Papeterie“. So sagt es mir Karin Nünning, von Konzept Mediendesign: „Wir machen nicht nur Einladungen sondern ganze Papeterie-Sets.“

Eukalyptus und Wachssiegel sind derzeit total angesagt, weiß Karin Nünning.

Eukalyptus und Wachssiegel sind derzeit total angesagt, weiß Karin Nünning. © Schulz-Gahmen

Aber was braucht man denn, außer den Einladungen? „Das kommt auf das Brautpaar an, aber da gäbe es die Save the Date Karten, die Einladungskarten, die Menükarten und noch vieles mehr“, sagt die Papeterie-Expertin. Bei all der Papeterie gebe es derzeit zwei große Trends: „Die Wachssiegel sind jetzt total angesagt und weiterhin Eukalyptus“, sagt Karin Nünning.

Thema Eukalyptus zieht sich durch

Das war mir neu, allerdings den meisten anderen auf der Messe wohl eher nicht. Immer wieder höre ich das Wort Eukalyptus, und auch Pampasgras. So auch bei Leo und Dan Lamber. Das Ehepaar von „Elephant and Butterfly“ ist auf vielen Hochzeiten unterwegs und macht dort Fotoshootings.

„Das Thema Boho-Stil und auch Eukalyptus zieht sich immer wieder durch“, erklärt mir Leo Lamber. Bei der Beleuchtung setzen die beiden auf weniger Licht, damit es „moody“ und authentisch wird. Gefragt seien jetzt oft „First-Look-Shootings“ vor der Trauung. Dabei wird das Treffen von Braut und Bräutigam festgehalten. Beliebt seien auch Fotos von den Vorbereitungen am Hochzeitstag.

Tupfentüll und Puffärmelchen

Bei meiner letzten Station treffe ich das Frauengrüppchen vom Eingang wieder. Jenni Nowakowski (30) sucht noch ihr Kleid und ist mit ihrer Mutter und ihrer Trauzeugin unterwegs. Sie lässt sich von Mitarbeiterinnen von „Braut und Abendmode Bäumer“ beraten.

Auf der Hochzeitsmesse auf Schloss Raesfeld gab es Kleider in Hülle und Fülle.

Auf der Hochzeitsmesse auf Schloss Raesfeld gab es Kleider in Hülle und Fülle. © Schulz-Gahmen

Ich spreche mit Ines Bäumer, der Chefin des Brautmodeladens und frage nach den Trends für 2020. „Tupfentüll“, sagt sie. Satzende. Alles klar, denke ich. Dann ergänzt sie noch: „Natürlich ist auch der Boho- und Vintagestil noch angesagt, außerdem kleine Puffärmelchen und breite Gürtel. Bei den Farben sind dieses Jahr Kleider in blush und cappucino gefragt und bei den Schnitten Fit‘nflair und der Prinzessinnenstil“, ergänzt sie, zum Glück für mich.

Braut findet „ihr Kleid“ auf der Hochzeitsmesse

Studentin Doreen Orage (19) ist Model für die heutige Modenschau und schlüpft für mich in eine trendiges Brautkleid: „Ein sandfarbenes Prinzessinnenkleid mit Glitzer“, erklärt mir die Chefin.

Einen Spiegel weiter höre ich Applaus, Seufzer und die Frage: „Ist das Dein Kleid?“ Die Antwort: „Ja, das ist mein Kleid.“ Jenni Nowakowski hat ihr Kleid gefunden. „Es war das erste, das ich je an hatte. Ich hab danach noch drei anprobiert, aber es war das erste“, sagt sie und strahlt. Jetzt kann die Hochzeit kommen. Am 13. Juni heiratet sie in Dorsten in der Maschinenhalle.

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