Streit um das alte Pfarrheim

St. Silvester

In Erle hängt der Haussegen schief: Der Kirchenvorstand St. Silvester will ein neues Gemeindezentrum bauen. Kleiner, günstiger, ökonomischer. Der Heimatverein Erle sorgt sich indes um den Verbleib des alten Pfarrheims.

ERLE

von Von Maren Volkmann

, 02.08.2011, 16:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Unfrieden im Dorf nahm seinen Lauf, als der Heimatverein am vergangenen Donnerstag einen offenen Brief an den Kirchenvorstand schrieb. In dem umfangreichen Schreiben äußert er unter anderem seine Besorgnis darüber, dass das alte Pfarrheim, ein Gebäude aus dem Jahre 1791, "von privater Hand bebaut" und "zu Wohnzwecken umgebaut" werden könne.

Verspätetes Schreiben So weit, so gut. Allerdings ging dieser offene Brief an die Presse - und wurde in einem Fall sogar veröffentlicht -, bevor ihn der Kirchenvorstand zu Gesicht bekam. Erst zwei Tage später, am Samstag, traf das Schreiben postalisch bei Pfarrer Johannes Arntz ein. Dieser zeigte sich "irritiert über die Heftigkeit der Reaktion durch den Heimatverein".

"In den vergangenen Tagen ist der Eindruck entstanden, dass wir etwas gegen ein neues Gemeindezentrum haben", sagt Karl-Josef Behler vom Heimatverein. "Das ist aber nicht der Fall. Wir weisen nur auf die Konsequenzen hin, wenn das alte Pfarrheim seine Funktion verliert." Die Befürchtung: Ein "Stück Erler Dorfidentität" könnte verloren gehen.

Private Nutzung Was aus dem alten Pfarrheim wird, kann Pfarrer Johannes Arntz heute noch nicht beantworten. Es stelle auf jeden Fall eine Option dar, das Gebäude privat zu nutzen. Bereits heute wohne in dem Gebäude eine Familie.

Der Pfarrer sieht das neue Pfarrheim vor allem als "wunderbare Bereicherung". Geplant ist eine Wohnanlage für ältere Menschen direkt am Kirchplatz, in die das Pfarrheim mit Pfarrbüro, Bücherei und Eine-Welt-Laden eingegliedert wird.

Zu alt und marode

Das alte Pfarrheim hingegen sei "in dieser Form nicht mehr haltbar": zu alt, zu marode. Mit 400 Quadratmetern ist es zudem zu groß: "Nur 250 Quadratmeter werden vom Bistum gefördert", so Arntz.

Der Heimatverein fordert nun eine öffentliche Diskussion. "Wir wollen kein Erle 21", sagt Karl-Josef Behler entwarnend, "die Gemeinde soll nicht gespalten werden." Pfarrer Johannes Arntz ist ebenfalls kompromissbereit: "Wenn es eine breite Front gibt, wird der Neubau nicht gegen den Willen der Bürger durchgesetzt."

Lesen Sie jetzt