Die Kölner Band Höhner mit ihrem Sänger Henning Krautmacher (r.) bei einem früheren Auftritt: Auch ihre Gesundheit soll durch Vorsichtsmaßnahmen der Musikveranstalter am Schloss Raesfeld geschützt werden. © picture alliance / Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Coronavirus

Testpflicht trotz Doppelimpfung bei Höhner-Konzert am Schloss Raesfeld

Ein Jahr Vorfreude auf die „Höhner“ und dann das: Bei dem Konzert am Schloss Raesfeld müssen alle Besucher einen negativen Corona-Test vorweisen. Nicht jeder Ticketinhaber zeigt Verständnis.

Ein Dorstener Höhner-Freund ist maßlos enttäuscht: „Wir sind doppelt geimpft. Heute flattert uns ein Schreiben der musik:landschaft Westfalen ins Haus, dass nur Besucher ins Freiluftkonzert am Schloss Raesfeld eingelassen werden, die einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. Dies gilt ausnahmslos – auch für geimpfte und genesene Personen.“ Der Dorstener hat kein Verständnis für die Maßnahme: „Wer hat sich bloß diesen Blödsinn ausgedacht?“

Dirk Klapsing bekennt sich dazu. Der Veranstaltungsmanager der musikl:andschaft Westfalen sagt, dass er weitere Protestmails gegen die Testpflicht erhalten habe. „Drei der insgesamt fünf Schreiber hatten aber Verständnis, als ich ihnen die Hintergründe für diese Maßnahme näher erläutert habe.“

Hochansteckende Delta-Variante kursiert

Zusammen mit dem Gesundheitsamt Borken habe man entschieden, dass man wegen steigender Corona-Fallzahlen im Kreis Borken, vor allem der hochansteckenden Delta-Variante, „den bestmöglichen Schutz aller Besucher sicherstellen möchte“.

„Keine Frage: Die doppelt Geimpften sind sehr gut geschützt. Aber es gibt viele Ungeimpfte oder noch nicht vollständig geimpfte Besucher. Auf sie muss man Rücksicht nehmen“, sagt Dirk Klapsing. Denn auch vollständig Geimpfte können Überträger des Corona-Virus sein. Dies gilt auch für Genesene: „Das Delta-Virus ist auch bei flüchtigen Kontakten übertragbar.“

Sicherheitsvorkehrungen von Anfang an

Deshalb habe das Veranstaltungsmanagement die Testpflicht ausnahmslos für alle Besucher ausgesprochen. „Wir bitten herzlich darum, dass die Ticketinhaber den Corona-Schnelltest vorlegen, der maximal 48 Stunden alt sein darf“, sagt Klapsing. Dass manche der insgesamt 3500 Besucher an drei Konzerttagen (29. bis 31. Juli) dieser Vorsichtsmaßnahme für „absurd“ halten, damit kann Dirk Klapsing gut leben. „Ich möchte mir im Nachhinein keine Vorwürfe machen lassen, nicht alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben“, sagt er.

Justus Franz gastierte schon öfter am Schloss Raesfeld. Zu seinem Wiener Abend werden 500 Besucher erwartet. © privat © privat

In Enschede in den Niederlanden habe man nach einen Open-Air-Konzert vor Kurzem Hunderte Infizierte verzeichnet: „Das wollen wir vermeiden“, so Klapsing. Auch im Sinne der vielen Künstler, die von Donnerstagabend bis Sonntag auf der Bühne vor der Schlosskulisse in Raesfeld auftreten.

Den Auftakt macht am Donnerstag Justus Franz mit seinem Wiener Abend (20.30 Uhr), es geht weiter mit den Höhnern und Festival Philharmonics am Samstag (20.30 Uhr) und endet mit zwei weiteren Höhner-Konzerten in Begleitung der Philharmonics am Sonntag (17.30 Uhr und 20.30 Uhr). Für alle Veranstaltungen gibt es noch einige wenige Karten über die Homepage.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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