Tonnenweise Bauschutt im Wald abgeladen: Darum hat der Verursacher es längst bereut

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Eigentlich suchte Gerhard Pszolla den Wodanstein in Raesfeld. Stattdessen fand er Bauschutt im Wald: „Mehrere LKW-Ladungen.“ Die Umweltsünde sei keine positive Visitenkarte für Raesfeld.

Raesfeld

, 14.06.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei einem Besuch in Raesfeld stieß Gerhard Pszolla auf das Hinweisschild zum Wodanstein. „Da mir diese Sehenswürdigkeit bisher unbekannt war, habe ich gegoogelt und mich am Samstag direkt aufs Fahrrad gesetzt und bin von Schermbeck aus dorthin gefahren.“

Tonnenweise Bauschutt im Wald abgeladen: Darum hat der Verursacher es längst bereut

Der Wodanstein © Gerhard Pszolla

Mit dem Stein im Forst Lanzenhagen verbinden sich mehrere Sagen, etwa die von dem „Wilden Jäger“, der in den zwölf heiligen Nächten zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag dort sein Unwesen treibe. Auf der Oberfläche des Granitblocks sollen der Fußabdruck des unruhigen Jägers, der Abdruck seines Gewehrkolbens und die Pfote seines Hundes zu sehen sein.

Doch zunächst bekam Pszolla den Stein gar nicht zu sehen. Als Ortsunkundiger fuhr er am Stein vorbei, der etwas abseits von dem von der Homerstraße abgehenden Waldweg liegt. Nach etwa 300 Metern fand Pszolla den Bauschutt links und rechts des Wegs. „Dieses Umfeld ist aus touristischer Sicht sicherlich keine positive Visitenkarte für die Gemeinde Raesfeld“, sagt er.

„Er hat es schon selbst bereut“

Ordnungsamtsleiter Markus Büsken musste auf Anfrage erst selbst nachforschen. „An der Stelle bin ich wohl als Kind das letzte Mal gewesen.“ Laut Büskens Recherche ist das betreffende Waldstück Privatgelände: „Der Eigentümer selbst hat den Bauschutt dort ‚geparkt‘. Er hat es schon selbst bereut.“

Laut Büsken hatte der Sohn des Landwirts gebaut, wobei der Bauschutt angefallen sei. Ein Bekannter des Sohns habe angefragt, ob er Teile des Schutts selbst verwenden dürfe. „Manche befestigen etwa Wege damit“, so Büskens Erklärungsversuch, wobei sich das fragliche Material dafür nicht eigne.

„Er hatte das ja alles schon mal auf dem Hänger“

Der laut Büsken vor Monaten dort „geparkte“ Bauschutt wurde allerdings nie abgeholt, was die „Reue“ des Landwirts erklärt. „Er hatte das ja alles schon mal auf dem Hänger und hätte es nur einen Kilometer weiter beim Baustoffhändler entsorgen können“, so Büsken. „Er will es in den nächsten Wochen nachholen.“

Bleibt die Frage, ob die Gemeinde oder der Kreis schon vorher tätig werden müsste. Eine Umweltgefährdung gehe nach seiner Einschätzung nicht von dem Bauschutt aus, sagt Büsken. „Wir machen da deshalb erst mal nichts.“

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