Unbekannter soll versucht haben, ein Mädchen in ein Auto zu locken

mlzPolizei

„Hilfe, Hilfe! Ein Mann hat mir zugewunken, ich sollte in das Auto einsteigen.“ Ein Mädchen hat sich in der vergangenen Woche hilfesuchend an Passanten gewandt.

Raesfeld

, 26.08.2019, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

10 bis 12 Jahre alt sei das Mädchen gewesen, sagt Daniel Merte (32), der am Donnerstag (22. August) kurz vor 17 Uhr mit seiner Frau auf der Straße St. Sebastian mit dem Auto in Raesfeld unterwegs war. Auf dem Fahrrad sei ihnen das Mädchen in Höhe der Grundschule entgegen gekommen. „Sie war so verstört“, erinnert sich Merte: „Ich dachte, sie fährt uns ins Auto rein.“

Er habe gleich angehalten und versucht, dem Mädchen zuzuhören. Das Mädchen habe auf ein dunkles, vielleicht schwarzes Auto gedeutet, das aber schon weitergefahren war. Merte versuchte noch, das Auto einzuholen, „leider ohne Erfolg“, so Merte. Das Kennzeichen habe er nicht ablesen können.

„Es ging alles so schnell“

Den Namen des Mädchens habe er nicht verstanden: „Es ging alles so schnell“, sagt Merte. Das Mädchen habe auch nicht bei dem Paar bleiben wollen, sondern so schnell wie möglich nach Hause zur Mama. „Es war alles sehr hektisch“, erinnert sich Daniel Merte, der zugibt, dass er in diesem Moment gar nicht so richtig gewusst habe, was er tun sollte.

Merte schilderte seine Begegnung in einem Facebook-Post in der Gruppe „Du kommst aus Raesfeld, wenn ...“. Dieser stieß auf große Resonanz. „Das Mädchen hat alles richtig gemacht und ist abgehauen. Und ich finde, da müssen alle anderen Kinder auch aufgeklärt werden, damit diese Menschen keine Chance bekommen“, begründete Merte seinen Facebook-Post. Eine Kommentatorin schilderte, dass ihre Tochter ein ähnliches Erlebnis in den Osterferien an der Grundschule gehabt habe.

Facebook-Posts „zweischneidig“

Etwas „zweischneidig“ sieht Polizeisprecher Thorsten Ohm solche Facebook-Eintragungen. „Manchmal ist was dran.“ Es gebe aber auch Fälle, bei denen Kinder Verhalten von Dritten falsch interpretiert hätten. Ein Anzeige, so Ohm auf Nachfrage, sei zu dem Vorfall in Raesfeld bislang nicht eingegangen. Er appelliert dringend an alle Zeugen, solche Vorfälle bei der Polizei zu melden.

Ohne konkrete Beschreibung, etwa des Fahrzeugs („vielleicht ein Kennzeichen-Fragment“) oder der Uhrzeiten, zu denen solche Dinge beobachtet wurden, seien Ermittlungen „naturgemäß schwierig“, sagt Thorsten Ohm. Gleichwohl gehe man solchen Hinweisen immer nach.

Verhaltensregeln

Wie sollte man sich in ähnlichen Fällen verhalten, wenn ein Kind um Hilfe ruft? Gerade als Mann könnte im Hinterkopf die Frage auftauchen, ob man nicht selbst am Ende in Erklärungsnot kommen könnte. Man solle das Kind fragen, was passiert sei und ihm Hilfe anbieten, „aber es auf keinen Fall mit Gewalt festhalten“, sagt Ohm.

„Immer sofort die Polizei rufen!“, rät der Polizeisprecher ansonsten. Wenn man bei der Polizei seinen Namen angegeben habe, sei man „schon sehr weit auf der sicheren Seite“. Im Zweifel sage einem auch die Polizei, wie man sich am besten verhalten solle. „Helfen geht immer vor“, sagt Ohm und ermuntert: „Lieber einmal zu viel bei uns anrufen!“