Zwölfter Büchermarkt mit alten Schätzchen

Schloss Raesfeld

"In kleinen Orten haben Büchermärkte echte Überlebenschancen." Das sagt Rainer Heeke, der den zwölften Raesfelder Büchermarkt am 13. August (Sonntag) organisiert. Von 11 bis 18 Uhr haben Bücherliebhaber am Schloss Raesfeld die Möglichkeit zum Stöbern.

Raesfeld

, 01.08.2017, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch das Buch "Jüdische Geschichte" von 1687 wird beim zwölften Raesfelder Büchermarkt am Schloss zum Verkauf stehen. Vorne von links: Stephanie Grohn, Diana Brömmel (beide Ortsmarketing) und "Marktmeester" Rainer Heeke. Hinten von links: Karl-Heinz Tünte (Heimatverein) und Reinhard Nießing (Gastronomie).

Auch das Buch "Jüdische Geschichte" von 1687 wird beim zwölften Raesfelder Büchermarkt am Schloss zum Verkauf stehen. Vorne von links: Stephanie Grohn, Diana Brömmel (beide Ortsmarketing) und "Marktmeester" Rainer Heeke. Hinten von links: Karl-Heinz Tünte (Heimatverein) und Reinhard Nießing (Gastronomie).

Die Akademie des Handwerks stellt einen Teil des Schlossgeländes zur Verfügung, das Ortsmarketing, der Förderverein für die Öffentliche Bücherei Raesfeld und der Heimatverein helfen bei der Organisation und die Gastronomie in der Freiheit sorgt für Leckereien vom Grill sowie Kaffee und Kuchen. Es gehe darum, „die Bedeutung des Buches zu erhalten“, auch in Zeiten von E-Books und elektronischen Medien, sagt Diana Brömmel vom Ortsmarketing. Das Medium Buch, sinniert Heeke, sei nach 500 Jahren fast an sein Ende gekommen, „es drohte von Bits und Gigabytes überrollt zu werden“. Doch er beobachte mittlerweile eine Gegenbewegung zurück zum Buch. „Wer gezielt ein Buch sucht, geht ins Internet, wer stöbern und suchen will, besucht einen Büchermarkt.“

Qualität

Qualität sei auf solchen Märkten wichtig. „Für Taschenbücher zu 50 Cent oder 1 Euro macht sich keiner auf den Weg vom Niederrhein oder aus Holland“, so Heeke. Rund 10 000 Menschen besuchten in den vergangenen Jahren durchschnittlich den Raesfelder Büchermarkt, abhängig natürlich auch vom Wetter. 74 Marktstände werden auf die Besucher in diesem Jahr warten. „Das ist auch das äußerste Limit“, sagt Heeke, „eine weitere Vergrößerung macht keinen Sinn“. Viele Händler seien aus den vergangenen Jahren bekannt. Neu in diesem Jahr wird der Künstler Jochen Smarsly dabei sein, der mit Grafiken und Collagen aus Schriften von Hesse oder Droste-Hülshoff anreise.

"Bundesliga"

Zum letzten Mal beim Büchermarkt vertreten sein wird Buchbinderin Ineke Molewijk aus der niederländischen Partnerstadt Wehl, die aber ihre Nachfolgerin Annebet Tannemaat mitbringt. „Während sich Frau Molewijk als Amateurin bezeichnet, spielt Frau Tannemaat in der Bundesliga“, sagt Heeke. Tannemaat sei gefragt bei Museen für Restaurierung von kostbaren Büchern.

Für alle etwas dabei

Thematisch werde beim Büchermarkt für alle etwas dabei sein, verspricht Heeke. Er selbst bringt ebenfalls Raritäten mit wie etwa die „Jüdische Geschichte“ von Josephus Flavius aus dem Jahr 1687. „Handgeschöpftes Büttenpapier, Messingschließer, Holzdeckel mit Leder überzogen“, nennt Heeke die Besonderheiten. Welchen Preis er dafür verlangen wird? „Das ist Verhandlungssache: vielleicht 1 Euro pro Seite oder pro Jahr“, so Heeke lächelnd. Erworben habe er das Buch bei einer Versteigerung. Liest man als Buchhändler eigentlich jedes Buch, das man weiterverkaufen will? Heeke lächelt: Bei ihm Zuhause gebe es einen großen Stapel an Büchern, die er angelesen, aber noch nicht durchgelesen habe. „Einerseits würde man als Sammler gerne viele Exem-plare behalten, andererseits muss man ja auch Geld verdienen.“

Auch Musik gibt es beim Büchermarkt: Die Musiker Yolanda Tangelder und Willem te Voortwis singen und spielen Chansons. „Dezente Musik im Hintergrund“, so Heeke. Der Heimatverein stellt sich mit seinen Familienforschern am Museum vor, das für Besucher geöffnet ist und sogar ein kleines Museums-Café anbietet.  

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