Bundestagswahl 2021

Frank Schwabe gewinnt seinen Wahlkreis zum fünften Mal

Der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Castrop-Rauxel ist klarer Wahlsieger und darf in Berlin bleiben. Michael Breilmanns Union landet abgeschlagen auf Platz zwei. Grüne werden drittstärkste Kraft.
Frank Schwabe bejubelt die 18-Uhr-Prognose mit seiner Frau und Anhängern. © Volker Engel

Der Wahlsieg von Frank Schwabe mit 41 Prozent der Erststimmen verdient das Prädikat „historisch“. Der Castrop-Rauxeler SPD-Politiker hat das Direktmandat in „seinem“ Wahlkreis Recklinghausen I zum fünften Mal in Folge gewonnen. Niemand hat das je öfter geschafft. Dabei ist Schwabe mit seinen 50 Jahren noch lange nicht am Ende seiner politischen Karriere.

Am Wahlabend führte Schwabe bereits nach Auszählung der ersten zehn Stimmbezirke deutlich mit 39 bis 40 Prozent der Stimmen. Und sein CDU-Herausforderer Michael Breilmann lag da schon weit abgeschlagen mit 25 Prozent zurück. Klare Verhältnisse also von Anfang an im Wahlkreis 121 und kein „Kopf-an-Kopf-Rennen“ wie im Bund.

Zufrieden und selbstbewusst zeigte sich Schwabe dann auch nach der Auszählung der Stimmen. „Die alten Zeiten, in denen die SPD im Schatten des Förderturms 50 Prozent holte, ohne einen besonderen Wahlkampf zu machen, sind vorbei“, sagte Schwabe im Gespräch mit dieser Zeitung. „Jetzt braucht die Partei die richtigen Themen und Inhalte. Und einen guten Kandidaten.“

Frank Schwabe dankt seinem Team

Schwabe führt sein überdurchschnittlich gutes Erststimmen-Ergebnis auch auf einen „Super-Wahlkampf“ zurück, den er mit seinem Team hingelegt habe: seit acht Wochen mit Hausbesuchen, seit sechs Wochen mit Info-Ständen und vielem mehr. Nun sei das klare Ergebnis in Recklinghausen, Castrop-Rauxel und Waltrop „eine Verpflichtung nach vorne zu schauen“.

„Vorne“ steht zunächst allerdings keine klare Regierungsmehrheit für die SPD fest. Nachdem ein rot-rot-grünes Bündnis, das für Schwabe durchaus „eine Option“ gewesen wäre, als Machtalternative ausscheidet, hängt es „wohl maßgeblich von der FDP ab“, so Schwabe, ob es eine Ampel unter SPD-Führung oder eine Jamaika-Koalition unter CDU-Führung geben wird. Den Wähler-Auftrag sieht Schwabe eindeutig bei der SPD. Und sollte diese (mit-)regieren, werde es „eine starke Gruppe der Ruhrgebiets-SPD“ geben, die die dringend notwendige Unterstützung für die Region mobilisieren werde, etwa eine Lösung der Altschulden-Probleme der Städte im Revier.

Zufrieden mit dem Wahlausgang zeigte sich auch Marlies Greve, Recklinghäuser FDP-Direktkandidatin. Sie verbrachte den Wahlabend zusammen mit Parteifreunden wie dem Kreisvorsitzenden und NRW-Staatssekretär Mathias Richter, im Marler Wahlkampfbüro und freute sich über die „super Stimmung“.

Michael Breilmann (CDU) sah gestern Abend von Anfang an, dass er an Frank Schwabe nicht würde vorbeiziehen können. Gut möglich aber, dass er über seinen CDU-Landeslistenplatz 16 doch noch in den Bundestag einziehen kann. Gerechnet wurde hier bis in die Nacht.

„Eine super-Erfahrung, die ich für mein Leben mitnehmen werde“

Nils Stennei, Direktkandidat der Grünen, freut sich über sein zweistelliges Ergebnis. Immerhin seien die Grünen nun drittstärkste Kraft: „Wir gewinnen immer mehr Stimmen und immer mehr Mitglieder. Der Wahlkampf war eine super Erfahrung, die ich für mein gesamtes Leben mitnehmen werde.“

Lutz Wagner (AfD) sah sein Ergebnis von knapp unter zehn Prozent und das der Bundespartei „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“. Im Bund hätte er sich schon „mehr gewünscht“. Sein Gefühl sei, dass viele AfD-Sympathisanten am Ende doch CDU wählten, „wegen der CDU-Kampagne gegen Rot-Rot-Grün“. Mit seinem Erststimmenergebnis könne er dagegen ganz gut leben.

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