Verdacht: Hausarzt im niederländischen Nijmegen möglicherweise mit Coronavirus infiziert

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Ein Hausarzt aus dem niederländischen Nijmegen ist möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert, hat aber tagelang auf die Testergebnisse gewartet.

Enschede (NL)

, 02.03.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Niederlanden hat sich die Zahl der an dem Coronavirus infizierten Menschen auf 38 erhöht. Das meldete am Mittwochmittag das Allgemeen Dagblatt.

Von den neuen Patienten wurden vier Personen ins Krankenhaus eingeliefert. Die anderen elf sind in häuslicher Isolierung. Die meisten Menschen, bei denen das Coronavirus neu diagnostiziert wurde, sind Menschen, die in Norditalien waren oder es handelt sich um Familienkontakte eines früheren Patienten.

Der Kollege des Arztes aus Nijmegen, Patrick Jansen, mit dem der Allgemeinarzt zusammen eine Praxis leitet, befürchtet das Schlimmste, wenn das Virus die Niederlande wirklich massenhaft trifft, berichtet die Tageszeitung de Gelderlander am Mittwoch.

Der Hausarzt kehrte nach dem Zeitungsbericht am letzten Sonntag zusammen mit einer Reisegruppe aus einem kontaminierten Gebiet zurück. Laut Jansen habe sein Kollege leichte Beschwerden, aber einige Reisebegleiter seien wirklich krank.

Arzt: Corona-Tests dauern zu lange

,,Aber ob sie Korona haben, bleibt abzuwarten“, zitiert de Gelderlander den Arzt. Das Ergebnis eines Tests hat er eigentlich bereits für den Dienstagnachmittag erwartet. Bis zum Abend war es aber noch nicht eingetroffen. Aufgrund des Infektionsrisikos arbeitet der betroffene Arzt derzeit nicht in der Praxis.

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Dem Arzt aus Nijmegen dauert es einfach zu lange, bis Testergebnisse vorliegen. Auch fehle es mittlerweile auch an Schutzmitteln wie zum Beispiel Mundschutz.

In den Niederlanden waren bis Dienstagabend insgesamt 24 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Im Verbreitungsgebiet des Gelderlanders war bis Dienstagabend keine Kontamination festgestellt worden, aber viele Dutzend Menschen wurden auf ein mögliches Koronavirus getestet.

Billigflieger streicht Flüge

Das Allgemeen Dagblatt berichtet am Dienstagmittag, dass der niederländische Billigflieger Transavia rund ein Zehntel seiner Flüge nach Italien gestrichten hat. Grund sind rückläufige Buchungszahlen.

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Wie die Tageszeitung de Gelderlander berichtet, ist das Krankenhaus in Nijmegen derzeit das einzige Krankenhaus im Gelderland, das auf Coronavirus testet. Das Krankenhaus ist eine von insgesamt zwölf medizinischen Einrichtungen im Land.

Die wachsende Knappheit an Atemschutzmasken im Krankenhaus sei besorgniserregend, heißt es aus dem Krankenhaus, das am Dienstagmorgen seine Bestände überpüft hat. Dabei weist das Haus auch darauf hin, dass die Lagerbestände der Hersteller schrumpfen.

Krankenhäuser verschärfen Maßnahmen

Unter den bestätigten Coronavirus-Fällen ist auch ein Mann aus der Gemeinde Oss in Nord-Brabant. Der positiv getestete Mann war in dem Gebiet in Norditalien unterwegs, in dem vor zwei Wochen Coronavirus-Infektionen diagnostiziert wurden.

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Die Krankenhäuser in den Niederlanden haben inzwischen ihre Maßnahmen verschärft. Patienten, die einen Arzt oder ein Krankenhaus wegen eines Hustens oder grippeähnlicher Symptome besuchen möchten, werden gebeten, zu Hause zu bleiben. Alle Patienten mit ungeklärten Atemwegsbeschwerden werden auf den Corona-Virus getestet.

Auch im Gelderland laufen Corona-Untersuchungen

Im Gelderland ist nach Angaben der Zeitung bisher kein Patient positiv getetest worden. Allerdings laufen noch Untersuchungen von Patienten, die Merkmale aufweisen, die auf den Virus passen.

Der erste Corona-Erkrankte wurde am Donnerstag aus der Region Tilburg gemeldet. Laut dem niederländischen Gesundheitsminister Bruno Bruis sei der Mann kürzlich aus der Lombardei in Norditalien zurückgekehrt.

Am Sonntag wurde ein weitere Fall in Coevorden an der deutsch-niederländischen Grenze in der niederländischen Provinz Drenthe gemeldet.

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