26 Menschen in Isselburger Seniorenheim mit Coronavirus infiziert

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In einem Seniorenheim in Isselburg haben sich 26 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das hat der Kreis Borken bestätigt. Eine 95-jährige Bewohnerin ist mit dem Virus verstorben.

von Renate Rüger

Isselburg

, 03.11.2020, 12:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Isselburger Seniorenheim Haus Rothkirch haben sich 15 Bewohner und 11 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Eine 95-jährige Bewohnerin ist zudem am Sonntag mit dem Virus gestorben. Sie war in der Palliativpflege, wie Seniorenheim-Inhaber Frank Rothkirch berichtet.

Laut Ellen Bulten von der Pressestelle des Kreises Borken sind bereits am vergangenen Donnerstag alle Bewohner und Mitarbeiter des Heims – insgesamt knapp 100 Menschen – getestet worden. Doch erst jetzt liege das Ergebnis vor. Alle stünden ab sofort unter Quarantäne.

Mitarbeiter dürfen Wohnung nur für die Arbeit verlassen

Positiv getestete Mitarbeiter – also die, die an Covid 19 erkrankt sind – bleiben zu Hause. Die negativ getesteten Mitarbeiter, die keine Symptome zeigten, würden weiter die Bewohner versorgen, doch sie dürften ihre Wohnung nur für die Arbeit im Seniorenheim verlassen, erklärt Bulten. Das betreffe das medizinisch ausgebildete Personal. Am kommenden Donnerstag, 5. November, und auch eine Woche später, am 12. November, werde erneut getestet, kündigt Bulten an. Angesteckt hätten sich Bewohner und Mitarbeiter aus allen Bereichen, von der Pflege bis zur Verwaltung, erklärt sie.

Infektionsketten sind noch unklar

Wie sich das Coronavirus in dem Heim mit rund 50 Bewohnern ausbreitete, kann nicht gesagt werden. Nach dem ersten Lockdown habe es eine Lockerung der zuvor sehr strengen Anti-Corona-Maßnahmen gegeben, erklärte Rothkirch. „Das Bedürfnis nach sozialer Nähe war groß.“ Angehörige der Bewohner hätten wieder ins Haus kommen dürfen. Und mit dieser Lockerung seien wahrscheinlich „Lücken im Konzept“ entstanden.

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„Ob das Virus durch einen Bewohner, der sich außerhalb des Heims aufhielt, durch einen Besucher oder durch einen Mitarbeiter kam, ist nicht nachvollziehbar“, sagt Rothkirch. Aufgefallen jedenfalls sei es durch einen Mitarbeiter, der sich wegen eines Hustens testen ließ. „Doch auf das Ergebnis dieses Tests mussten wir auch drei Tage warten“, sagt Rothkirch. Ein bis zwei Tage sei die Lage dann ziemlich diffus gewesen.

Zwei Wohnbereiche besonders betroffen

Schwerpunktmäßig betroffen seien die Wohnbereiche zwei und drei. Hier würden die Infizierten und Nicht-Infizierten nun strikt getrennt, berichtet Rothkirch. Zwischen den verschiedenen Quarantänebereichen solle zudem eine Folienwand installiert werden. Gut ein Drittel der Mitarbeiter seien erkrankt, mit dem Rest müsse nun die Versorgung der Bewohner sichergestellt werden. „Das ist eine logistische Herausforderung.“ Und die Mitarbeiter machten einen „Riesenjob“, sagt Rothkirch.

Er persönlich war auch von Covid 19 betroffen. Durch ein Familienmitglied habe er sich angesteckt, doch das sei schon zwei bis drei Wochen her, sagt Rothkirch. Seitdem sei er – in Absprache mit dem Kreisgesundheitsamt – in Quarantäne. Mit dem Fall im Seniorenheim habe seine Erkrankung nichts zu tun. Gestern ist Rothkirch abermals getestet worden. „Ich gehe davon aus, dass ich nun aus der Quarantäne entlassen werde“, sagt er. Viele Dinge kämen nun auf einmal. Für ihn stehe jedoch die Versorgung und Betreuung der Bewohner im Vordergrund. „Ich glaube, wir haben alles getan und tun alles.“ Und so hoffe er, dass sich die Lage im Haus Rothkirch in den nächsten 14 Tagen entspannt.

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