Aus Ärger über Müllgebühren entwickelt Velener Firma ein Recycling-Konzept für Baumwollreste

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Die Firma Velener Textil hat ein Recycling-Konzept für Baumwollreste enttwickelt, das am Markt gut ankommt. Das Konzept schont die Umwelt – und schafft zudem auch inklusive Arbeitsplätze.

08.03.2020, 16:27 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am Anfang des neuartigen Recycling-Systens der Firma Velener Textil stand der Ärger über Müllgebühren. „Wir hatten die Container mit Baumwollresten auf dem Hof stehen und haben Geld dafür gezahlt, dass dieser eigentlich wertvolle Rohstoff entsorgt wird“, erinnert sich Ernst Grimmelt, Geschäftführer des Unternehmens.

Doch die Baumwollreste seien produktionsbedingt auf Papp-Spulen und könnten deshalb nicht einfach wieder genutzt werden.

An dieser Stelle setze das System „Wecycled“ an, erklärt Thomas Spanderen, der in der Firma für den Vertrieb von Rohgewebe zuständig ist. Man sammle die Spulen und liefere sie an die Behindertenwerkstatt Büngern in Borken. Dort trennen die Mitarbeiter Baumwolle und Spule.

Von links: Ernst Grimmelt, Thomas Spandern und Bernd Spandern

Von links: Ernst Grimmelt, Thomas Spandern und Bernd Spandern © Foto privat

Die Letztere werde an einen Verwerter abgegeben. Die Baumwollreste gehen zurück nach Velen, wo sie bis zur Einzelfaser wieder aufgelöst werde, so Grimmelt. „Sortenrein ist Pappe und Baumwolle dann ein wertvoller Rohstoff“, erklärt Grimmelt.

Die Einzelfasern werden in Velen wieder mit frischer Rohbaumwolle gemischt, und es entstehen neue Garne. Bis zu 15 Prozent der weiterverwendeten Baumwolle werden beigemischt. „So halten wir die Qualität auf einem sehr hohen Niveau“, berichtet er.

Große Kundennachfrage

Deshalb habe man die Marke „Wecycled“ auch eingetragen. „Die Kunden nehmen es gut an“, freut sich der Geschäftsführer. Ein Discounter, der Bettwäsche der Firma vertreibt, warb auf der Verpackung mit dem Verfahren. „Innerhalb von 48 Stunden war der Bestand ausverkauft“, so Grimmelt.

Das Besondere an „Wecycled“ sei, dass es nicht nur für die Natur nachhaltig ist, sondern durch inklusive Arbeitsplätze auch sozial. „Wir sind das einzige Unternehmen in der deutschen Textilbranche, die diese Verbindung schafft“, sagt Bernd Spanderen, Geschäftsführer des Unternehmens. 2018 zeichnete die Discover Natural Fibres Initiative das Verfahren als besonders nachhaltig und mehrwertbringend aus.

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