Aus Liebe zur Natur wurde Jennifer Oberpenning (22) aus Weseke Jägerin

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Draußen in der Natur fühlt sich Jennifer Oberpenning wohl. Deshalb hat die 22-Jährige ein Hobby gesucht, das sie mit dieser Leidenschaft verbinden kann. Gefunden hat sie dabei die Jagd.

von Gabi Kowalczik

Wesele

, 25.03.2020, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitten in der Natur – da fühlt sich Jennifer Oberpenning am wohlsten. „Wenn ich draußen bin, wenn ich Tiere erlebe, wenn ich merke, dass ich Teil der Natur bin – das mag ich sehr“, erklärt die 22-Jährige.

Klar, dass da ein Bürojob für sie nicht das Richtige gewesen wäre. Die junge Frau aus Weseke hat stattdessen Agrarwissenschaften in Bonn studiert und macht zurzeit ihren Master in Nutztierwissenschaften.

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Am liebsten möchte sie später in der Futtermittelproduktion oder Zucht arbeiten. „Aber ich wollte noch mehr“, sagt sie. „Ich habe nach einer Freizeitbeschäftigung gesucht, die zu meiner Leidenschaft für die Natur passt.“ Gefunden hat Jennifer Oberpenning diese in der Jagd.

Frauen mit Jagdschein sind zwar noch in der Minderheit, aber längst nicht mehr die absolute Ausnahme. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes sind mittlerweile rund sieben Prozent der Jagdscheininhaber in Deutschland Frauen.

Zum Vergleich: Vor 25 Jahren war es noch ein Prozent. In ihrem Kursus zur Erlangung des Jagdscheins sei etwa die Hälfte der Teilnehmer weiblich gewesen, berichtet sie.

Mitglied im Hegering

Seit ein paar Monaten ist die 22-Jährige als eine von wenigen Frauen im Hegering Weseke aktiv. Dass sie dort von den männlichen Kollegen nicht ernst genommen werde, habe sie nie erlebt, sagt sie. „Im Gegenteil, es freuen sich alle über junge Menschen, die sich für die Jagd interessieren. Egal, ob Mann oder Frau.“

Was aber bewegt eine 22-Jährige dazu, auf Gesellschaftsjagden zu gehen oder sich alleine auf den Hochsitz zu setzen? „Die Lust am Töten ist es jedenfalls nicht“, sagt Jennifer Oberpenning.

Dieses Vorurteil über Jäger habe sie zwar auch schon gehört. Grundsätzlich würde ihr aber der Großteil ihrer Mitmenschen mit Offenheit und Interesse begegnen. „Und außerdem tötet man ja auch gar nicht jedes Mal ein Tier“, sagt sie dann. „Vielleicht jedes zehnte Mal.“

Fast alle Teile eines Tieres werden verwertet

Ihr gehe es bei ihrem Hobby auch vielmehr um das Naturerlebnis, den Naturschutz und das Wissen über Tiere und deren Lebensräume. Wenn sie bei der Jagd erfolgreich ist und ein Tier erlegt, dann sei sie zuerst manchmal auch ein wenig traurig, gibt Jennifer Oberpenning offen zu.

„Das verflüchtigt sich dann aber. Spätestens dann, wenn ich am Ende ein Stück Fleisch auf dem Teller liegen habe.“ Denn ein Tier zu essen, von dem sie wisse, dass es ein gutes Leben gehabt habe, das gebe ihr ein gutes Gefühl. Zumal sie fast alle Teile eines Tieres verwerte, „nicht nur das Filet“.

Bei der Jagdausbildung gelernt, ein Tier zu zerlegen

Zwar hat die 22-Jährige in ihrer Jagdausbildung gelernt, ein Tier selbst zu zerlegen. Zu Hause habe sie dazu aber keine Gelegenheit, sagt sie. Geschossene Tiere bringt sie daher zum Metzger.

Derzeit ist Jagdpause. Im Mai, so hofft Jennifer Oberpenning, geht es für sie wieder raus in die Natur.

Zwar müsse man die Coronavirus-Lage jetzt abwarten. Aber die Bestände müssten ja trotz Pandemie reguliert werden. „Ich freue mich drauf, wieder rauszukommen“, sagt die 22-Jährige.

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