Autokino in Borken trotzt mit swingendem Finale der Coronakrise

mlzKultur trotz Corona

Die Zucchini Sistaz haben das Autokino in Borken mit Musik im Stil der 1920er bis 1950er Jahre.zum Swingen gebracht. Und die Scheibenwaschanlagen vergossen Tränen der Rührung.

Borken

, 05.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Monate lang holte Dirk Klapsing mit seinem Format Musiklandschaft Westfalen zahlreiche Künstler auf die Bühne am Mergelsberg Stadion in ihrer Reihe „Drive & Live“. Diese war ein Ersatz für die zahlreichen Open-Air Konzerte, die wegen der Coronakrise ausfallen mussten. Gegen Ende der Reihe traten mit den Zucchini Sistaz aus Münster ein saftiger swingender Knüller auf der Bühne auf.

„Ich bin bestens zufrieden. Trotzdem hoffe ich nicht, dass wir nächstes Jahr wieder Autokino machen müssen“, äußerte sich Dirk Klapsing zuversichtlich. Peter Weigel, Leiter der Technik, freute sich ebenso: „Die Anlage wurde Tag und Nacht von uns bewacht. Es gab keine Diebstähle. Wenn es Probleme gab, war die Polizei sofort vor Ort.“

Trio in grell-buntem Outfit

Auch die Künstlerinnen des Abends freuten sich, dass sie endlich wieder auftreten konnten. „Wir haben sie so vermisst. Wenn sie eine Träne der Rührung sichtbar machen wollen, lassen sie doch einfach die Scheibenwischanlage laufen“, befeuerte Tina La Werzinger (Gitarre/Ukulele) die gute Stimmung unter den Zuschauern.

Beschwingt legte das Trio los, das in seinen grün-bunten Kleidern, den tollen Frisuren mit floralem Haarschmuck und der farbenfrohen Schminke knackig-frisch und spritzig aussah. Ihr Aussehen ist mittlerweile ihr Markenzeichen, aber auch ihre swingende Musik im Stil der 1920er bis 1950er Jahre.

Sommerstimmung mit dem Pi-Pa-Paddelboot

Mühelos brachte Jule Balandat den Kontrabass in Schwingung. Schnittchen Schnittker zauberte dafür Einlagen mit der Trompete, der Posaune oder den Percussions. „Das Pi-Pa-Paddelboot“ als Song am Anfang verbreitete bereits sommerliche Stimmung.

Jens Vahlenkamp aus Borken war mit einer weiteren befreundeten Familie gekommen. Im Heck des einen Autos saßen die Kinder, gut versorgt mit Getränken und Knabbereien und – dank des gedrehten Autos –, mit guter Sicht auf die Bühne. Im anderen Auto hatten es sich die Erwachsenen gemütlich gemacht. „Das ist doch eine tolle Aktion“, freute sich Vahlenkamp, während sein zwölfjähriger Sohn Jakob das etwas nüchterner sah: „Ich war schon mal im Autokino. Das war klasse. Das hier ist aber auch toll.“

„Ich glaube, wir werden nie wieder eine Zeit haben, in der wir einen Radiohit nach dem anderen haben werden“, stachelte La Werzinger die gute Stimmung noch zusätzlich an. Mit ihrem neuen Hit „Monotonie…Melancholie“ fassten die drei Musikerinnen ihre eigenen Gefühle zusammen, wie sie die Corona-Zeit erlebt haben. Warnblinker als Diskolicht und Schunkeln im Auto, so dass die Autos schwankten, waren weitere Vorschläge des Trios, die von den Besuchern auch immer direkt umgesetzt wurden.

Picknick im Oldtimer-Auto

Maria und Bernd Frechen aus Südlohn hatten es sich in ihrem Oldtimer-Auto gemütlich gemacht. Sie hatten Sekt, Käsehäppchen und Oliven dabei. „Wir haben alles dabei, was zu diesem Programm gehört“, freute sich Maria Frechen.

Renate Grote aus Reken zelebrierte den Abend zusammen mit Britta Pierik auf ganz andere Weise. Eine grüne Lampe und Sofakissen mit grünem Blattwerk-Dekor schwenkten sie als Zeichen der Zustimmung. „Ich bin heute das fünfte Mal bei Drive & Live. Das Angebot ist super und sehr abwechslungsreich“, lobte Pierik.

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