Betrieb der Bahnstrecke Borken-Essen neu vergeben

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Der Betrieb der Bahnstrecken Borken - Essen (RE 14) und Coesfeld - Dorsten (RB 45) wurde neu vergeben. In dem neuen Vertrag gibt es eine Ausstiegsklausel für alternative Antriebe.

von Markus Schönherr

Borken

, 30.07.2019, 09:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bahnstrecken Essen-Borken (RE 14) und Coesfeld-Dorsten (RB 45) werden weiter von der Nordwestbahn (NWB) betrieben. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) haben die Strecken bis 2028 an das Unternehmen vergeben, das schon seit 2006 dort verkehrt. In dem Vergabeverfahren war die Nordwestbahn einzige Bewerberin.

Allerdings kann sich die Dauer des neuen Vertrages noch um drei Jahre verkürzen. Im Moment laufe eine weitere Ausschreibung für diese beiden und weitere Bahnstrecken, erklärte VRR-Pressesprecher Dino Niemann. Ab 2025 sollen die Dieselloks durch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ersetzt werden. Gelingt es, dafür einen Anbieter zu finden, würden die Auftraggeber eine Ausstiegsklausel im Vertrag mit der NWB ziehen.

Nordwestbahn kündigt weitere Bewerbung an

„Wir freuen uns, dass wir die Ausschreibung gewonnen haben“, sagte Steffen Högemann von der Nordwestbahn. Dass der VRR jetzt schon davon spricht, die Ausstiegsklausel nutzen zu wollen, störe bei der NWB niemanden. Högemann kündigte an, dass sich das Unternehmen auch an der Ausschreibung für Züge mit alternativen Antrieben beteiligen werde. Högemann äußerte Verständnis für die Vorgehensweise der Auftraggeber. Falls die alternativen Antriebe bis 2025 nicht ausgereift seien, behalte der Vertrag mit der NWB Gültigkeit bis 2028.

VRR und NWL starten damit den zweiten Versuch, die Dieselloks von der Schiene zu bekommen. Eine Ausschreibung für Brennstoffzellenzüge verlief schon im vergangenen Jahr ergebnislos – „aus wirtschaftlichen Gründen“, hatte der VRR damals mitgeteilt. Jetzt ist von alternativen Antrieben die Rede, zu denen auch Batterie-Elektroantriebe gehören.

RE 14 wird bis Essen-Steele verlängert

Bis 2025 wird es also bei den Diesel-Fahrzeugen auf den Strecken RE 14 und RB 45 bleiben. In dem neuen Vertrag hat sich aber die Streckenlänge des RE 14 geändert. Ab Dezember 2019 werden die Züge nicht nur bis Essen-Hauptbahnhof fahren, sondern eine Station weiter bis Essen-Steele. Der Ein-Stunden-Takt werde aber beibehalten, versicherte Dino Niemann vom VRR.

Die Nordwestbahn kündigte an, wegen der Strecken-verlängerung zwei weitere Züge einzusetzen. Außerdem sollen weitere Triebfahrzeugführer eingestellt werden. Im Moment befinden sich genügend angehende Lokführer in Ausbildung, um den Bedarf zu decken, so Steffen Högemann. Auch der Engpass auf der RB 45, auf der seit Monaten nur eingeschränkt Züge fahren, werde dadurch behoben. Ab September werde wieder nach Fahrplan gefahren, kündigte Högemann an.

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