Blumenerde-Produzent aus Alstätte zieht zur Entsorgungsgesellschaft nach Velen

mlzEGW Kreis Borken

Ein neues Erdenwerk entsteht auf dem Gelände der EGW. Blumenerde soll dort in Zusammenarbeit mit der Firma Göring Torf- und Rindenprodukte aus Alstätte in großen Mengen produziert werden.

von Lars Johann-Krone

Velen

, 05.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erde für ihren Garten konnten sich Bürger aus dem Kreis Borken schon seit einiger Zeit auf dem Wertstoffhof der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) in Nordvelen und Gescher abholen. Gemeinsam mit der Göring Torf- und Rindenprodukte GmbH aus Alstätte baut sie aktuell allerdings an einem Erdenwerk, in dem Blumenerde in großen Mengen produziert wird.

Am Mittwoch trafen sich Vertreter der EGW und der Firma Göring mit Landrat Dr. Kai Zwicker zum Spatenstich.

Fünf Hektar groß ist die Fläche, die der EGW in Gescher-Estern und Nordvelen gehört. Ein Teil davon im Südwesten des Grundstücks war noch nicht bebaut. Die Erdenfabrik wird künftig auf einer Fläche von rund drei Hektar entstehen.

Rund 1,8 Millionen Euro werden investiert

Die EGW investiert rund 750.000 Euro in den Bau der Erden-Fabrik. „Wir errichten die Bodenplatte und die Infrastruktur“, erklärt Dr. Marin Idelmann, Prokurist bei der EGW. Rund eine Million wird die Firma Göring investieren für den Hochbau und die Maschinen. „Wir werden in diesem Zuge auch unsere Verwaltung hierher verlegen. Wir werden also zwölf Leute beschäftigen“, erklärt Markus Göring, Geschäftsführer der Göring GmbH.

Etwa 20 mal 40 Meter wird die Halle groß sein, in der künftig Erden produziert werden. Knapp halb so groß ist das Verwaltungsgebäude. Verarbeitet werden die Grüngutkomposte der EGW und ein Teil der Bioabfallkomposte.

Andere Komponenten wie Torf werden noch hinzugefügt. Letztlich kommt unter anderem abgepackte Blumenerde heraus. Die Anlieferung und der Abtransport für das Erdenwerk wird über die Anton-Lutter-Straße und weiter über B525 erfolgen.

„Wir produzieren hochwertige Komposte. Die Firma Göring hat langjährige Erfahrung mit der Vermarktung von Blumenerden und Substraten. Wir haben schon seit längerem zusammengearbeitet. Jetzt tun wir das hier in Nordvelen nebeneinander Hand in Hand“, erklärt EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt die neue Kooperation auf dem Gelände der EGW.

Kunden im Ruhrgebiet und dem Rheinland

Die Umwelt profitiere von dieser Kooperation auch, erklärt Peter Kleyboldt. „Wir fahren unsere Komposte sonst zu den großen Erdenwerken im Emsland, um sie dann im Ruhrgebiet als Blumenerde zu verkaufen. Den Weg in den Norden können wir uns künftig sparen.“

Die Entsorgungsgesellschaft und die Firma Göring agieren jedoch nicht als ein Unternehmen. „Wir kaufen die Wertstoffe weiter bei der EGW ein. Wir arbeiten sie auf. So haben wir unseren Gewinn und die EGW ihren“, erklärt Markus Göring. Die Wertschöpfung aus einer Tonne Kompost liege für die Entsorgungsgesellschaft pro Tonne bei etwa drei bis vier Euro. „Das haben wir vertraglich auch so festgehalten“, sagt Dr. Martin Idelmann.

Abfülltätigkeit soll 2020 beginnen

Die Asphaltflächen, die Fundamente und Bodenplatte für die Halle sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. „Der Beginn der Abfülltätigkeit ist für Anfang 2020 geplant. Wir hoffen, wir können die Frühjahrssaison 2020 noch mitnehmen können“, sagt Markus Göring. Den Transport der Blumenerde sollen möglichst lokale Subunternehmer übernehmen.

15.000 bis 20.000 Kubikmeter an Substraten und Blumenerden sollen im nächsten Jahr hergestellt werden. „Zumeist in 20 und 40-Liter-Beuteln“, sagt Göring. In den nächsten Jahren soll das Werk dann 40.000 bis 45.000 Kubikmeter produzieren. „Damit wäre der regionale Vorteil des Standorts auch ausgeschöpft“, ergänzt Göring.

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