So wollen die Bocholter ihre Kirmes doch noch retten

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Die Bocholter Kirmes steht wegen der Corona-Beschränkungen vor der Absage. Jetzt gibt es Überlegungen innerhalb der Organisatoren, die Kirmes erstmals in den November zu verschieben.

von Stefan Prinz und Stefanie Himmelberg

Bocholt

, 23.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bocholter Kirmes ist seit Generationen der Höhepunkt des Stadtlebens im Oktober. In diesem Jahr sollte das Fest zum 566. Mal stattfinden. Die Corona-Beschränkungen machen aber die Veranstaltung in der gewohnten Form unmöglich. Die Organisatoren vom Stadtmarketing gehen davon aus, dass das Volksfest in den nächsten Tagen offiziell abgesagt wird, weil noch bis Ende Oktober keine Volksfeste stattfinden dürfen.

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Nach Informationen der Redaktion arbeitet Stadtmarketing-Chef Ludger Dieckhues aber im Hintergrund daran, mit einer Verschiebung in den November die Kirmes vielleicht doch noch retten zu können. Auf Nachfrage bestätigt er: „Seit Wochen arbeiten wir an Durchführung oder Absage, an Verschiebung oder Alternativen. Wir haben als Kirmesveranstalter auch einen intensiven Austausch mit den Schaustellern.“

Noch keine endgültige Entscheidung zur Bocholter Kirmes

Dieckhues hält eine Verschiebung der Bocholter Kirmes auf das erste oder zweite Novemberwochenende grundsätzlich für machbar. Er befindet sich dazu bereits in Gesprächen mit dem Bocholter Schaustellerverein.

Dieckhues will sich allerdings besser noch nicht so tief in die Karten schauen lassen. Denn: „Besser eine konkrete machbare Lösung, als vorher viel Spekulation und dann klappt vielleicht gar nichts“, sagt er. „Und zu Corona-Zeiten ändert sich manches von heute auf morgen“, betonte Dieckhues im Gespräch mit dem Bocholter Borkener Volksblatt. Die Entscheidung soll allerdings erst in zwei Monaten fallen: „Ich denke, Mitte August sehen wir da klarer.“

Wäre ein so später Zeitpunkt nicht zu spät für die Schausteller? Der Stadtmarketing-Chef ist sich sicher: „Nein – wenn man mit jemandem etwas kurzfristig, pragmatisch und unkompliziert hinbekommt, dann mit den Schaustellern!“

Kirmes im November hätte einen anderen Charakter

Allerdings: Der Charakter der Kirmes würde sich mit einem Termin im November ändern, ist er überzeugt. „Dann ist das sicher nicht die Art Kirmes, die wir hier in Bocholt über Jahre und Jahrzehnte kennen und lieben. Aber wenn überhaupt etwas gehen könnte – organisatorisch wie finanziell – dann wäre das für Bocholt sicher eine tolle Sache.“

Für die finanziell angeschlagene Stadtmarketinggesellschaft wäre die Kirmes schon aus finanziellen Gründen wichtig. Schließlich bilden die Standgebühren einen wichtigen Teil ihrer jährlichen Einnahmen.

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„Warum soll sich im Herbst in Bocholt kein Riesenrad drehen?“, fragt sich Philip Traber, Sprecher der Bocholter Schausteller. Wenn deutschlandweit Freizeitsparks bereits seit Mai wieder öffnen, sollte auch eine Kirmes in Bocholt möglich sein – gerne auch im November. Selbst in Frankreich und Italien sei der Kirmesbetrieb wieder erlaubt, und Deutschland sei bisher deutlich besser durch die Krise gekommen, gibt er zu bedenken.

Wetter im November spielt eine Rolle

Mechtild Brüske, Vorsitzende der Bocholter Werbegemeinschaft, könnte sich eine Bocholter Kirmes auch im November vorstellen. Es gehe darum, die Attraktivität der Innenstadt zu stärken, auch durch Veranstaltungen und da sei die Kirmes nun mal ein absolutes Highlight. Sie hoffe, dass sich im Herbst noch die Karussells drehen.

„Jammerschade“ wäre eine drohende Absage – für die Bocholter, für die Schausteller, für die Gastronomen, sagt Stadtwerke-Chef Jürgen Elmer. Solange es Hoffnung gebe, solle man alle Möglichkeiten prüfen – auch, ob eine Kirmes im November machbar sei. Timo Salomo, Vorsitzender des Bocholter Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband), sieht mit Skepsis auf einen möglichen Novembertermin. Bei gutem Wetter könne er sich vieles vorstellen, bei schlechtem Wetter sei die Lage „schwierig“.

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