BSG-Clique: Polizei meldet Auflösung der Bande aus kriminellen Kindern und Jugendlichen

Bande in Gronau

Kinder und Jugendliche nehmen und handeln mit Drogen, Spritztouren mit gestohlenen Autos enden mit Unfällen oder Festnahmen. Jetzt meldet die Polizei die Auflösung der BSG-Clique in Gronau.

Gronau

19.07.2019, 09:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einer langen Pressemitteilung hat die Polizei am Freitagmorgen die Auflösung der sogenannten „BSG-Clique“ in Gronau mitgeteilt. Dabei handelt es sich um eine Bande aus Kinder und Jugendlichen, die immer wieder mit schweren Straftaten aufgefallen waren.

Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei der Clique vielmehr um eine Bande und die Kripo in Gronau hat ein umfangreiches Ermittlungsverfahren gegen die mehr als 20 Mitglieder geführt. Sie hat sich vor circa einem Jahr im Gronauer Stadtgebiet gebildet. Regelmäßiger Treffpunkt der Gruppe war der Spielplatz am namensgebenden BSG-Teich neben dem ehemaligen Laga-Gelände, aber auch der Baggersee an der Schieferkuhle.

Sechs Kinder gehörten zur BSG-Clique

Die wenigen Volljährigen waren größtenteils ohne festen Wohnsitz, lebten auf der Straße und gingen weder zur Schule noch einer Arbeit nach. Sie sind, ebenso wie mehrere Jugendliche aus der Gruppe, mehrfach straffällig geworden. Zu der Gruppe gehörten auch sechs Kinder, von denen drei wiederholt als vermisst gemeldet worden waren. Sie lebten zeitweise mit den anderen Gruppenmitgliedern auf der Straße beziehungsweise in Übergangswohnheimen.

Nach dem Ermittlungsstand der Kripo konsumierten alle Gruppenmitglieder, also auch die Kinder, Drogen – neben sogenannten weichen Drogen auch XTC, Speed und LSD. Die Gruppenmitglieder begingen eine Vielzahl Straftaten (zum Beispiel Ladendiebstähle, Einbrüche und auch Raubdelikte), davon viele zur Finanzierung des täglichen Lebensbedarfs. Über einige Fälle berichteten wir bereits.

Spritztouren mit gestohlenen Fahrzeugen und ohne Führerschein

So wurden mehrere Kraftfahrzeuge (Roller, Pkw, Lieferwagen, Wohnmobil) in Gronau, Ochtrup und Borghorst gestohlen. Ohne Fahrerlaubnis ging es dann auf „Spritztouren“, bei denen wiederholt ohne zu bezahlen getankt wurde.

In einem Fall wurden die Täter auf einer solchen „Spritztour“ auf dem Weg zur Nordsee in Papenburg aufgegriffen, eine andere „Spritztour“ mit einem gestohlenen Pkw endete mit einem Unfall zwischen Ochtrup und Gronau.

Am 15. Mai 2019 hatten Mitglieder der Gruppe in Gronau ein Wohnmobil gestohlen und waren damit durch Gronau gefahren. Die Fahrt ging nach Rheine und dann zurück nach Epe, um dort ein weiteres Gruppenmitglied von der Schule abzuholen. Dort wurden die Täter von der Polizei überprüft und festgenommen beziehungsweise den Eltern oder dem Jugendamt übergeben.

Am 26. Mai 2019 raubte ein 19-Jähriger aus der Gruppe einem Jugendlichen dessen Fahrrad. Dabei schlug und trat er dem Jugendlichen mehrfach ins Gesicht. Der Tatverdächtige wurde am nächsten Tag von der Polizei festgenommen und auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. Seitdem befindet sich der 19-Jährige in Untersuchungshaft.

Bandenmitglieder handelten auch mit Drogen

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand konsumierten die Gruppenmitglieder nicht nur exzessiv Drogen, sondern handelten auch mit diesen. Diesbezüglich dauern die Ermittlungen zu den 45 eingeleiteten Strafverfahren nach dem Betäubungsmittelgesetz noch an.

Insgesamt führten die aufwändigen und intensiven Ermittlungen der Polizei zu Strafverfahren gegen circa 50 Personen im Alter von 11 bis 19 Jahren aus Gronau und dem Kreis Steinfurt.

Polizei hat mit Jugendamt, Stadt und Schulen zusammengearbeitet

„Dem Treiben der Gruppe sind wir konsequent entgegen getreten“, so Kriminalhauptkommissar Volker Hoffmann von der Gronauer Kripo: „Neben der Verfolgung und Verhinderung von Straftaten stand dabei ganz besonders das Wohl der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund, die infolge des massiven Drogen- und Alkoholkonsums, aber auch durch die Spritztouren und den Umgang mit Straftätern erheblich gefährdet waren. Betonen möchte ich in diesem Zusammenhang die sehr enge und gute Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Gronau und den Schulen. Den betroffenen Familien konnte auf diesem Wege professionelle Hilfe angeboten werden.“

„Das konsequente Vorgehen in Zusammenarbeit mit anderen Behörden führte nunmehr dazu, dass die Gruppe als solche nicht mehr existiert und in diesem Zusammenhang keine Straftaten mehr bekannt geworden sind“, heißt es zum Schluss in der Pressemitteilung.

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