Corona: Wie arbeitet der Krisenstab des Kreises Borken?

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Wegen der Corona-Pandemie tagt zwei- bis dreimal pro Woche der Krisenstab des Kreises. Die Tagesordnung ist umfangreich. Umso straffer muss Leiterin Dr. Elisabeth Schwenzow die Sitzung führen.

von Hans Georg Knapp

Kreis Borken

, 14.04.2020, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Krisenstab des Kreises Borken hat eine erstaunliche Größe. Und da die Tagesordnung stets umfangreich sei, müsse die Sitzungsführung straff sein, berichtet die Pressestelle des Kreises. Leiterin des Krisenstabes ist Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow. Je nachdem, wie sich die Lage in Zeiten der Corona-Pandemie entwickelt, tritt der Krisenstab zwei- bis dreimal pro Woche zusammen.

Jede Sitzung beginne „pünktlich um 10 Uhr“, teilt die Pressestelle mit. Dann bitte Schwenzow die etwa 25 Sitzungsteilnehmer per Mikro um Gehör. Die Aufgabe des Krisenstabes: Informationen über die Situation austauschen und analysieren, Entscheidungen abstimmen, Planungen anstoßen.

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Schauplatz ist der Große Sitzungssaal des Kreishauses. Jetzt, unter den Einschränkungen der Corona-Krise, gelten besondere Hygiene-Standards und die Abstandsregelung. An der Tür findet eine Eingangskontrolle statt, und es gibt Desinfektionsspender.

Arbeitsdisziplin stellt sich von alleine ein

Wie im Kreistag hat jedes Mitglied des Krisenstabes ein Mikrofon, um sich laut Pressestelle „im weiten Rund verständlich machen zu können“. Die erforderliche Arbeitsdisziplin stelle sich in diesem Gremium von alleine ein, heißt es aus Borken. Schließlich müssten die Teilnehmer in kürzester Zeit viele Themen abarbeiten, die für die Bürger oft eine besondere Tragweite hätten; auch gelte es, über aufgeworfene Fragen zu entscheiden.

Der Ablauf der Sitzungen sei stets mehr oder minder gleich, berichtet die Pressestelle. Zunächst gebe die Leiterin des Krisenstabes mithilfe von Karten und Schaubildern eine kurze Lageübersicht: Wie viele Bürger seien neu auf das Coronavirus getestet worden? Gebe es dabei örtliche Schwerpunkte? Wie viele Infizierte seien genesen? Welche Hochrechnungen gebe es zur künftigen Entwicklung? Wie sei die Versorgung mit Schutzmaterialien? Danach berichtet Landrat Dr. Kai Zwicker über die Entwicklung auf Bundes- und Landesebene und in den Niederlanden.

Berichte der einzelnen Fachbereiche

Anschließend sind Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster als Kreissozialdezernent und Kreisamtsärztin Annette Scherwinski als Leiterin des Kreisgesundheitsamtes an der Reihe: Sie berichten über die wachsenden Anforderungen an den öffentlichen Gesundheitsdienst. Als Leiterin des Fachbereichs Soziales, der auch für die Heimaufsicht zuständig sei, müsse dann auch Karin Ostendorff immer häufiger das Wort ergreifen, berichtet die Kreispressestelle. Denn von Infektionen mit dem Coronavirus seien inzwischen leider auch Altenpflegeheime und Behinderteneinrichtungen betroffen und auch die ambulante häusliche Pflege.

Danach tragen die Vertreter der Krankenhäuser, Ludger Hellmann (Klinikum Westmünsterland) und Christoph Bröcker (St.-Antonius-Hospital Gronau), sowie Dr. Amin Osman für die niedergelassenen Ärzte im Kreis vor. Ihren Beitrag zur Lagebesprechung leisten auch Stephan Kruthoff als Leiter der Kreisleitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst, Hanjo Groetschel oder Dr. Peter Wagener als Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, Heribert Volmering als Kreisordnungsamtsleiter, Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel als Vertreter der Feuerwehr, Jürgen Rave und Leonard Pliete als Sprecher des DRK und Thomas Klein-Ridder als Vertreter des Malteser Hilfsdienstes.

Bürgermeister sprechen für die Kommunen

Zu Wort kommen außerdem die Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch (Vreden) und Andreas Grotendorst (Raesfeld) als Sprecher der Kommunen. Sie berichten über deren Situation, geben Rückmeldungen zu getroffenen Maßnahmen und regen weitere an.

Am Ende legt der Krisenstab den nächsten Sitzungstermin fest. Auseinander geht er mit diesem Wunsch: „Bleiben Sie gesund!“

Im Hintergrund arbeitet die Koordinierungsgruppe

  • Ein Lagebild aus fachlicher Sicht vermitteln im Krisenstab des Kreises Borken zudem die Verbindungsbeamten Ingo Walter (Kreispolizei Borken) und Christiaan Velthausz von der niederländischen Veiligheidsregio Noord- en Oost Gelderland als Feuerwehr- und Rettungsdienstregion.
  • Kreispressesprecher Karlheinz Gördes unterrichtet über Medienarbeit und Informationen für die Einwohner sowie über die unmittelbare Kommunikation mit den Bürgern.
  • Über die Telefon-Hotline des Kreises (02861/82-1091), die die ganze Woche über freigeschaltet ist, berichtet Michael Heistermann vom Kreisgesundheitsamt.
  • Dem Krisenstab gehört nach Angaben der Kreispressestelle zudem Hauptmann der Reserve Oliver Müller-Hammerschmidt vom Kreisverbindungskommando der Bundeswehr an.
  • Gegebenenfalls könnten auch weitere Fachleute der Kreisverwaltung hinzugezogen werden oder Bürgermeister besonders betroffener Kommunen, heißt es aus Borken.
  • Damit die Krisenstabsarbeit organisatorisch reibungslos ablaufe, arbeite dem Stab im Hintergrund die Koordinierungsgruppe (KGS) zu. Sie erstelle etwa die Sitzungseinladungen und -protokolle, Lagekarten und Schaubilder und leite die Lagemeldungen an die Bezirksregierung Münster weiter.
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