Der Bocholter „Mülltonnen-Einbrecher“ ist mit seiner Masche zurück

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Der „Mülltonnen-Einbrecher“ ist wieder da. Eine ungewöhnliche Masche beschäftigte Anfang des Jahres die Polizei. Jetzt geht die Straftatenserie des Unbekannten offenbar weiter.

von Ludwig van der Linde

Bocholt

, 18.09.2020, 14:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang des Jahres meldete die Polizei mehrere Einbrüche, bei denen der Täter eine Mülltonne nutzte, um seine Beute zu transportieren. Ende April riss die Serie ab. Aber jetzt wurden im September erneut zwei Straftaten mit dieser ungewöhnlichen Masche verübt.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein und denselben Täter handelt, ist groß“, sagt Frank Rentmeister, Pressesprecher der Kreispolizei Borken, auf BBV-Anfrage.

Blau statt grau

Die letzte bekannte Tat des „Mülltonnen-Einbrechers“ ereignete sich am vergangenen Dienstagmorgen gegen vier Uhr. Da brach der Unbekannte in einen Getränkemarkt an der Industriestraße ein. Seine Beute, wie in allen Fällen zuvor: Zigaretten. Einen kleinen Unterschied gab es aber dennoch: Statt einer (grauen) Mülltonne nutzte er eine (blaue) Papiertonne.

„Vieles spricht dafür, dass er sich die Abfalltonnen aus der Nähe der Tatorte mitnimmt, denn er wird nicht von zu Hause aus mit der Mülltonne losspazieren“, sagt Rentmeister. Der Erste Polizeihauptkommissar geht auch davon aus, dass der Unbekannte nicht ganz weit von den Tatorten entfernt wohnt. Oder aber „er kippt die Beute irgendwo hin und holt sie am nächsten Tag ab“. Eine dritte Möglichkeit: Er packt die Beute in sein Auto, das er in der Nähe des Tatortes geparkt hat. Rentmeister ist sich sicher, dass der Einbrecher die Zigaretten verkauft, um davon seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Tatorte fast immer in der Innenstadt

Und es gibt noch eine Auffälligkeit: Fast alle Straftaten, die bisher auf das Konto des „Mülltonnen-Einbrechers“ gehen, ereigneten sich in der Innenstadt. Am 22. Januar war es ein Getränkemarkt an der Münsterstraße; am 11. März der Kiosk am Bahnhof und am 19. April ein Geschäft an der Münsterstraße. Nach der „Sommerpause“ folgte am 10. September eine Tankstelle an der Eintrachtstraße und am 15. September, wie erwähnt, ein Getränkemarkt an der Industriestraße. „Auch deshalb gehen wir eher davon aus, dass der Täter nicht allzu weit von diesem Einzugsgebiet wohnt“, sagt Rentmeister.

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Der Polizei-Pressesprecher vermutet, dass der „Mülltonnen-Einbrecher“ weitermachen wird. Die bisherigen Erkennnisse über den unbekannten Mann beruhen auf Videoauswertungen und Zeugen. Aber die hätten sich leider immer erst später gemeldet. Gut wäre es, den Täter in flagranti zu erwischen. Seine Bitte deshalb: „Wer nachts einen Mann sieht, der mit einer Mülltonne durch die Gegend läuft, der sollte sich umgehend bei der Polizei melden.“ Dass es sich dabei um einen Nachbarn handelt, der vergessen habe, die Tonne zur Leerung herauszustellen, sei unwahrscheinlich. „Außerdem kennt man in der Regel ja auch seine Nachbarn“, sagt Rentmeister.

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