„Die Vögel“ in Borken: Star-Aufgebot erinnert an Hitchcock-Film

mlzDohlen und Stare

Im Sommer Sommer 2016 wurde der Marktplatz in Borken von Dohlen und Staren belagert. Unschöne Begleiterscheinung: Überall war Vogelkot. Nun sind wieder Hunderte Stare in Borken zu sehen.

von Markus Schönherr, Peter Berger

Borken

, 10.09.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bänke und Briefkästen übersät mit Vogelkot: Viele erinnern sich bestimmt noch an den Sommer 2016, als der Marktplatz in Borken von Dohlen und Staren belagert wurde und die Tiere überall ihren Kot verteilten. Solche Verschmutzungen sollen sich nicht wiederholen. Jetzt wurden aber wieder vermehrt Vogelschwärme über Borken gesichtet.

2016 war „Alarmstufe Kot“

Hunderte Stare, die am Himmel über Borken Formation fliegen oder sich in Reih und Glied auf Baukränen niederlassen. An diesen Spätsommerabenden sind das wieder spektakuläre Anblicke. Martina Wittkamp, die der Redaktion das Foto anbei zusandte, erinnern sie gar an den Thriller-Klassiker „Die Vögel“. Anders als im Film sind die Stare natürlich nicht bösartig. Es sind nur ziemlich viele.

Das war einmal: „Alarmstufe Kot“ auf dem Marktplatz. Solche Verschmutzungen sollen sich nicht wiederholen.

Das war einmal: „Alarmstufe Kot“ auf dem Marktplatz. Solche Verschmutzungen sollen sich nicht wiederholen. © Archiv

Das jetzige Aufkommen scheint aber weit von dem Belagerungszustand vom Sommer 2016 entfernt zu sein. Auf dem Marktplatz herrschte damals zeitweise „Alarmstufe Kot“. Die Stadt schaltete neben einer täglichen Putzkolonne auch einen Experten für Vogel-Vergrämung ein. Mittels optischer und akustischer Reize sollten die Vögel aus Borkens Mitte verjagt werden. Um den Marktplatz schienen die Vögel in der Folgezeit tatsächlich einen Bogen zu machen.

Platanen werden beschnitten

Auch Borkens Technischer Beigeordneter Jürgen Kuhlmann hat beobachtet, dass sich viele Stare in Borken auf Kränen und Bäumen niederlassen. „Aber nicht in den Massen, wie wir es schon mal hatten“, so Kuhlmann. Trotzdem soll es den Vögeln so schwer wie möglich gemacht werden, den Marktplatz zu bevölkern. Ab Mitte September sollen einige der Platanen auf dem Marktplatz beschnitten werden. So sei die Stadt Borken auch schon vor drei Jahren vorgegangen, sagt Kuhlmann. Allerdings geht das nur bei den Kopfplatanen, die auf der verlängerten Linie der Goldstraße stehen. An anderen Stellen des Marktplatzes stehen einzelne große Platanen, die nicht beschnitten werden. Diese Solitärplatanen seien „raumprägend“, so Kuhlmann.

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Thomas Flinks von der Nabu-Ortsgruppe Borken spricht von einem „permanenten Wechsel“. Die Vögel ließen sich einfach dort nieder, wo es ihnen günstig erscheine. „Ein Baukran kommt da wie gerufen“, so Flinks. Das sei ein normales Verhalten und habe nichts mit einem Tierpsychologen zu tun. Von dem derzeit vermehrten Auftreten solle man sich aber nicht täuschen lassen. Die Staren-Population habe hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten schon um ein Drittel abgenommen.

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