Über Vierlinge hat sich vor sechs Jahren die Bocholterin Sabrina Wilting gefreut. Ein Kind kommt nach den Ferien in die Schule. Bis hierhin war es ein Weg mit vielen Hürden.

von Daniela hartmann

Bocholt

, 06.08.2019, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach den Sommerferien kommt Kilian in die Schule. Seine drei Geschwister gehen noch ein weiteres Jahr in den Kindergarten. Eigentlich wollte Mutter Sabrina Wilting ihre Vierlinge in diesem Jahr noch nicht in die Schule schicken. Die Kinder waren am 30. Juli 2013 in der 25. Schwangerschaftswoche in Datteln als Frühchen auf die Welt gekommen.

Jetzt lesen

Aus diesem Grund wollte die Bocholterin ihren Kindern noch etwas mehr Zeit geben. Doch Kilian habe beim Einschulungstest überzeugt: „Er konnte alles beantworten“, erzählt Sabrina Wilting.

Hermann Beckfeld, bis zum 31. Juli Chefredakteur der Ruhr Nachrichten und jetzt im Ruhestand, hat einen seiner wöchentlich in den Ruhr Nachrichten erscheinenden „Beckfelds Briefe“ der jungen Mutter aus Bocholt gewidmet.

Kilian sei froh, dass er nun in Schule komme. „Er freut sich, dass er als Erster etwas besser kann“, sagt Sabrina Wilting. Sonst sei es immer sein Bruder Emilio, der stärker und schneller sei. „Zwischen den Jungs herrscht immer ein bisschen Konkurrenzkampf“, so die 30-Jährige.

Ihre Tochter Fiona wäre auch gerne schon in die Schule gekommen. „Sie war traurig und hat ein bisschen geweint“, sagt Sabrina Wilting. „Fiona hat sich bemüht, beim Einschulungstest alle Fragen zu beantworten, aber ihre Konzentration ist noch nicht so dolle.“ Emilio und Chiara finden es nicht schlimm, noch ein Jahr länger in den Kindergarten zu gehen. „Sie haben ja sich und kennen auch die anderen Kindergartenkinder, die jetzt in die Vorschulkidsgruppe nachrücken“, sagt Wilting.

Frühchen haben einiges nachzuholen

Die 30-Jährige ist froh, dass drei ihrer Vierlinge noch etwas Zeit haben, bis sie in die Schule kommen. Schließlich hätten sie als Frühchen einiges nachzuholen gehabt. „Es wäre eben nicht schön, wenn die Kinder zu früh in die Schule kämen und dann die erste Klasse nicht schaffen“, sagt Wilting. Dadurch würde den Kindern direkt die Freude an der Schule genommen, befürchtet sie.

Dass die Vierlinge zu früh auf die Welt gekommen sind, merkt man heute nicht mehr, sagt Wilting. Heute gehe es allen vier Kindern gut. Nur Emilios Augen seien nicht so gut, das komme aber öfter bei Kindern vor, die zu früh geboren werden. „Angefangen hat Emilio mit minus vier Dioptrien“, sagt Wilting.

Noch im Brutkasten die Augen gelasert

Noch im Brutkasten seien seine Augen gelasert worden. Doch inzwischen hat sich seine Sehkraft auf minus 17 Dioptrien verschlechtert. Er ist aber in regelmäßiger augenärztlicher Behandlung, sagt Wilting. Mit seiner Kurzsichtigkeit komme Emilio aber dank Brille gut klar.

Nach den Ferien wird Kilian die Clemens-August-Schule besuchen. Seine Geschwister gehen weiter in den nahe gelegenen Kindergarten St. Paul. „Das ist logistisch gut“, sagt Wilting. Kilian wird auch die Offene Ganztagsschule (OGS) besuchen. „Er hat dann auch die gleichen Zeiten wie seine Geschwister“, so die Bocholterin.

Unterschiedliche Charaktere von lustig bis bockig

Einen Tornister hat sich Kilian schon ausgesucht. Die Schulsachen will Wilting kaufen, wenn die Vierlinge wieder in die Kita gehen – dort sind gerade Ferien – und es zu Hause weniger trubelig ist.

Was ihre Persönlichkeiten angeht, sind die Vierlinge ganz verschieden. „Kilian ist der Clown und hat Spaß in den Backen“, sagt Wilting. Er ist auch „ein bisschen hibbelig“. Chiara ist immer noch die Ruhigste unter den Vierlingen.

„Aber es ist besser geworden. Sie ist neugieriger geworden“, erzählt Wilting. Auch Fiona ist weniger ängstlich und geht mehr auf die Menschen zu. Emilio ist immer noch der Wilde. „Er probiert alles aus, ist aber auch der Bockigste von allen“, sagt Wilting und lacht.

Das Seepferdchen machen

Die Vierlinge lernen gerade auch schwimmen. „Sie nehmen zwei Mal die Woche an einem Schwimmkurs teil“, sagt ihre Mutter Sabrina Wilting. Emilio traut sich schon, ohne Schwimmflügel zu schwimmen. „Chiara ist auch schon relativ fit“, sagt die Bocholterin. Fiona und Kilian seien im Gegensatz zu den anderen beiden noch etwas ängstlicher. Nach den Ferien wollen die Vierlinge das Seepferdchen machen.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt