Eingebuddelter VW Käfer aus dem Jahr 1961 gibt Rätsel auf

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Bei den Bauarbeiten für die Nordring-Spange am Burloer Weg ist das Wrack eines alten VW Käfers zum Vorschein gekommen. Es lag offenbar jahrelang im Erdreich versteckt.

von Jochen Krühler

Bocholt

, 13.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brauner Mutterboden, darunter gelblicher Sand: Das Erdreich am Burloer Weg sieht aus wie überall, wo Straßenbauarbeiten stattfinden. Doch was dann Ende April aus diesem Erdreich zutage kam, ließ den Baggerfahrer aufmerken. „Auf einmal blitzte da was Rotes auf“, erzählt Reinhard Venderbosch, Chef der gleichnamigen Rheder Baufirma, die zurzeit am Burloer Weg den Kreisverkehr für die Nordring-Spange baut. Es war rotes Blech. Das Blech eines Autos, das offenbar jahre- oder jahrzehntelang in der Brachfläche neben dem Burloer Weg unter der Erde gelegen hatte.

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Ein Baggerfahrer der Firma Venderbosch hatte bei den Erdarbeiten den Wagen entdeckt. Beim Weitergraben kamen noch mehr rote Bleche zum Vorschein. „Unser Fahrer konnte an den Lufthutzen an einem der Teile erkennen: Das muss ein alter VW Käfer sein“, erzählt Reinhard Venderbosch. Nachdem der Boden wie geplant auf anderthalb Metern abgeschoben worden war, stand fest: Im Erdreich am Burloer Weg lag nahezu ein kompletter alter Käfer – bis auf den Motor und Teile der Bodengruppe.

Viele Fragen rund um den VW Käfer

Der Fund gibt ein Rätsel auf. Wie ist das Fahrzeug dorthin gekommen? Seit wann liegt es da? Und vor allem: warum überhaupt? Vieles ist bislang unklar.

Reinhard Venderbosch findet den Fund spannend. Auf seinen Baustellen sei ja schon eine Menge gefunden worden, erzählt er. „Das waren schon mal Reste aus dem Weltkrieg oder Munition.“ Aber ein ganzes Auto? „Das noch nie“, sagt der Firmenchef.

Die gefundenen Teile liegen nun neben der Baustelle, oben auf dem Wall mit der abgeschobenen Erde. Die charakteristische VW-Käfer-Fahrertür liegt obendrauf. Dafür, dass der Wagen offenbar längere Zeit im Erdreich lag, ist das rote Blech noch relativ wenig vom Rost zerfressen. Was es mit dem alten Käfer auf sich hat, darüber kann Venderbosch nur spekulieren, während er sich die Teile anschaut. „Der Wagen lag offenbar schon in Einzelteilen im Boden“, vermutet er. „Vielleicht stand hier mal eine Art Schuppen mit dem Auto drin?“ Klar sei nur, dass es hier keine Schrebergärten gegeben habe. Der Fundort, so Venderbosch, sei Brachfläche gewesen, die von Bäumen und Sträuchern überwachsen war.

Fahrgestellnummer entdeckt

Nach einigem Stöbern in dem Schrotthaufen findet Venderbosch zunächst die Motorhaube des Käfers. Ein Kennzeichen-D-Aufkleber prangt kaum verwittert darauf. Chromleisten und Lufthutzen auf den runden Kotflügeln deuten an: Der Käfer ist offenbar älteren Baujahrs. Die Sitze sind nur noch grob zu identifizieren. Die Bezüge sind offenbar verrottet, doch das rostige Drahtgeflecht darunter ist noch zu erkennen.

Dann taucht plötzlich das Abschlussblech der Heckklappe aus dem Schrotthaufen auf. Ein wichtiger Fund, denn darauf steht die Fahrgestellnummer: eine siebenstellige Zahlenfolge ohne Buchstaben, mit einer „4“ am Anfang. Eine kurze Recherche zeigt: Der Käfer mit dieser Fahrgestellnummer muss in der zweiten Jahreshälfte 1961 gebaut worden sein.

Weiteres ist vorerst nicht zu entschlüsseln. Auch bei der Stadt Bocholt wird gerätselt, was es mit dem Wagen auf sich hat. „Wir wissen von dem Fund, können aber zu der Herkunft und den Umständen auch nichts beitragen“, sagt Hans Schliesing vom Fachbereich Tiefbau auf Anfrage des BBV.

Polizei prüft Fahrgestellnummer

Die Kreispolizei in Borken weiß bislang ebenfalls noch nichts über den Käfer aus der Erde, sagt Pressesprecher Thorsten Ohm. Ein alter, ungelöster Fall, in dem ein roter VW Käfer eine Rolle spielt, liege nach bisherigem Kenntnisstand jedenfalls nicht vor. „Wir können aber die Fahrgestellnummer prüfen, ob sie in irgendeiner Form aktenkundig ist“, sagt Ohm. Das werde derzeit getan.

Was passiert nun mit den gefundenen Teilen? „Die werden aus

der Erde separiert“, erzählt Reinhard Venderbosch. „Und dann gehen sie in den Schrott.“ Nach Jahren in der Erde hätte der alte Käfer dann doch noch sein „normales“ Auto-Ende gefunden.

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