Ex-Bürgermeisterkandidat Dietmar Brüning hat die Polizei gewählt

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Vielen ist Dietmar Brüning sicher noch als Ex-Bürgermeisterkandidat in Borken oder als SPD-Vorsitzender in Ahaus in Erinnerung. Jetzt gehört der Ahauser zur Pressestelle der Kreispolizei in Borken.

von Sven Kauffelt

Kreis/Ahaus

, 13.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die SPD in Borken hatte den heute 47-Jährigen 2015 gegen Mechtild Schulze Hessing ins Rennen geschickt. Das Ergebnis ist bekannt: mit 67,8 Prozent wurde die gebürtige Südlohnerin Bürgermeisterin der Kreisstadt. Dietmar Brüning erhielt beachtliche 32,2 Prozent der Stimmen. Jetzt gehört der Polizeibeamte zum dreiköpfigen Team der Pressestelle bei der Kreispolizeibehörde.

Fünf Jahre ist es jetzt her, dass sich Dietmar Brüning anschickte, Bürgermeister von Borken zu werden. Die SPD hatte den damals 42-Jährigen gegen die Kämmerin Mechtild Schulze Hessing (CDU) ins Rennen geschickt. Am Ende unterlag der Ahauser zwar klar, aber achtbar: 32,2 Prozent holte er in Borken. „Für einen ortsfremden Sozi kein so schlechtes Ergebnis“, sagt Brüning heute und lacht.

Nun ist Brüning wieder da. Nicht in der Politik, sondern in einer ganz anderen Aufgabe: Seit einem Monat gehört der Polizeibeamte zum dreiköpfigen Team der Pressestelle bei der Kreispolizeibehörde. „Ein Traumjob“, wie Brüning findet. Einer, bei dem ihm seine Erfahrung in der Politik zugute kommt. Denn im Umgang mit Medien habe er in den vergangenen Jahren viel gelernt.

Keine schlaflosen Nächte

„Das war eine sehr spannende und lehrreiche Zeit“, sagt Brüning, der nach seiner Kandidatur in Borken auch für den Landtag seinen Hut in den Ring warf. Dass letztlich beides nicht geklappt hat, bereitet dem Familienvater keine schlaflosen Nächte: „Ich habe eine Menge aus dieser Zeit mitgenommen.“ Brüning wirkt im Gespräch entspannter als vor fünf Jahren, als er zu Beginn seiner Kandidatur noch scheu wirkte. Heute ist er ein Mann, der in sich ruht.

An die Wahlkämpfe denkt er gern zurück, vor allem an die Menschen, die ihm über den Weg gelaufen sind. Lächelnd erzählt er vom Haustürwahlkampf in Burlo, als ihn eine ältere Frau milde tadelte: Ob er das denn ernst meine, als Sozialdemokrat hier anzutreten. Oder in Marbeck, als er mit seinem Sohn von Tür zu Tür ging und sich in einem Garten sitzend wiederfand, inmitten einer illustren Grillrunde, die den Kandidaten spontan eingeladen hatte.

Zeit in der Politik ist vorbei

„Ich habe eine Menge toller Menschen getroffen“, sagt Brüning und spricht heute noch sehr warmherzig von Jürgen und Dominique Niemeyer, bei denen er als Kandidat ein und ausgegangen ist. „Da ist eine Freundschaft entstanden.“ Er ist sicher, dass „der neue Kandidat hier eine gute Zeit haben“ werde.

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Brünings Zeit in der Politik ist mit dem neuen Job vorbei. Nicht weil er muss, sondern weil aktiver Politiker und Sprecher der Polizei nicht zusammenpasse: „Gerade in diesem Job muss ich neutral sein.“

Mit Journalisten sprechen, Fotos machen, Texte schreiben: All das mache ihm großen Spaß, sagt Dietmar Brüning. Wie das geht, vor der Kamera zu stehen, das hat er schließlich in zwei Wahlkämpfen auch unter professioneller Anleitung gelernt. „Das wird für meine Bewerbung kein Nachteil gewesen sein“, glaubt er.

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