„Fast offene Feindschaft“ in der Kreis-AfD

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Im Kreisverband Borken der AfD herrscht „dicke Luft“ – zumindest zwischen dem aktuellen Vorsitzenden, André Ludwig aus Bocholt, und seinem Vorgänger im Amt, Helmut Seifen aus Gronau.

von Josef Barnekamp

Kreis Borken

, 15.07.2019, 00:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Kreisverband Borken der AfD herrscht „dicke Luft“ – zumindest zwischen dem aktuellen Vorsitzenden, André Ludwig aus Bocholt, und seinem Vorgänger im Amt, Helmut Seifen aus Gronau. Während Ludwig von einer „fast offenen Feindschaft“ zu Seifen spricht, nennt Seifen die Vorwürfe Ludwigs gegen ihn „Unterstellungen“.

Ludwig wirft Seifen sowohl eine falsche Politik als auch eine mangelnde organisatorische wie finanzielle Unterstützung der AfD im Kreis Borken vor. Seifen, der für die AfD im Düsseldorfer Landtag sitzt, führe kein Geld an den Kreisverband ab und habe das auch aus seinem früheren Kreistagsmandat nicht getan, behauptet Ludwig. Der Kreisverband habe Seifen im Wahlkampf unterstützt und Geld dafür gegeben. „Es ist bis heute aber nichts zurückgegeben worden“, sagt Ludwig.

„Es ist bis heute aber nichts zurückgegeben worden“

Seifen hingegen versichert: „Natürlich zahle ich meine Mandatsträgerabgaben.“ Dass er kein eigenes Büro im Kreis Borken unterhalte – was Ludwig ihm vorwirft – habe damit zu tun, dass er als Mitglied im Landtag auch so schon genug zu tun habe, sagt Seifen, der im aktuellen AfD-Kreisvorstand keinen Posten hat.

Der Gronauer, der als gemäßigt gilt und sich selbst als „bürgerlich-konservativen Politiker“ bezeichnet, war erst am Wochenende beim Landesparteitag nach einem Richtungsstreit als Co-Vorsitzender der nordrhein-westfälischen AfD zurückgetreten. Vorerst im Amt geblieben ist hingegen der zweite Vorsitzende der NRW-AfD, Thomas Röckemann. Er gilt als Sympathisant des nationalkonservativen sogenannten Flügels um den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke.

Seifen habe in der rund 80 Mitglieder zählenden Kreis-AfD „keinen Rückhalt“ mehr, glaubt André Ludwig, der den Kreisverband insgesamt als „moderat“ bezeichnet. „Röckemann vertritt mehr Mitglieder in der AfD als Herr Seifen“, so der Kreissprecher. „Seifen kann in die CDU gehen“, sagte Ludwig unserer Zeitung. Gleichwohl sei er nicht dafür „dass Seifen aus der Partei geschmissen“ werde.

Ludwig: „Seifen kann in die CDU gehen.“

„Ich habe den Fehler gemacht, ihm das Amt zu überlassen“, sagt Helmut Seifen über André Ludwig, der 2016 das Amt des AfD-Kreissprechers von dem Gronauer übernommen hatte. Ludwig habe ihn sowohl beim Bezirksvorstand verleumdet als auch – satzungswidrig – in einer offiziellen Einladung, die in der Kreis-AfD an die Mitglieder verschickt wurde.

Die Auseinandersetzung zwischen ihm und Seifen laufe wohl „auf einen Showdown“ hin, schätzt André Ludwig. Ob das auf dem für den 8. September terminierten Kreisparteitag passiert, ist aber fraglich: Dort stehen offenbar keine Vorstandswahlen an.

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