Fragen und Antworten zum Zeelink-Projekt

mlzZeelink-Pipeline

Die beeindruckend großen Baustellen sind zurzeit vielerorts im Kreis Borken zu sehen. Hier entsteht die Gas-Pipeline Zeelink. Die Trasse führt über 49,5 Kilometer durch den Kreis Borken.

von Edgar Rabe

Kreis Borken/Legden

, 05.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Baustellen, die zurzeit vielerorts in der Region, unter anderem auch in Legden, Marbeck, Heiden und Raesfeld zu sehen sind, sind eindrucksvoll groß. Straßenbreit ist der Boden aufgerissen, hier entsteht Stück für Stück die Zeelink-Gaspipeline. In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Großprojekt besonders, hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu Zeelink.

Was ist Zeelink überhaupt?

„Zeelink ist das größte Einzelprojekt im sogenannten Nationalen Entwicklungsplan Gas 2015 (NEP) der Bundesnetzagentur“, heißt es auf der Projekt-Homepage. Die Pipeline stelle eine Verbindung zum LNG-Terminal in Zeebrügge her und trage so zur Routen- und Quellendiversifizierung zur Versorgung von Deutschland mit Erdgas bei. „Der Name Zeelink ist abgeleitet vom belgischen LNG-Terminal in Zeebrügge. LNG (liquefied natural gas) bezeichnet verflüssigtes Erdgas“. Partner in diesem Projekt sind die Open Grid Europe GmbH und die Thyssengas GmbH.

Wie verläuft die Trasse?

49,5 Kilometer Rohrleitung verlegt das Unternehmen Open Grid Europe im Kreis Borken. Die Trasse führt auf Kreisgebiet von Raesfeld/Erle kommend westlich an Heiden und östlich an Velen und Gescher vorbei nach Legden.

Wozu wird das Ganze gebraucht?

Derzeit bezieht Deutschland viel Gas aus den Niederlanden, erklärt Helmut Roloff, Sprecher von Open Grid. „Das Fördervermögen dort geht aber zurück. Wir müssen ein leistungsstarkes Transportmedium schaffen, um Gas aus anderen Teilen der Erde hierher zu bekommen.“ Mit dem Bau der Leitung ist auch ein Umstieg auf so genanntes H-Gas verbunden. H-Gas hat einen höheren Brennwert als das bislang in vielen Haushalten verwendete L-Erdgas.

Wie wird bei der Verlegung der Rohe gearbeitet?

Der Mutterboden wird abgeschabt und nach Horizonten, also Bodenschichten, sortiert an die Seite gelegt. „So, dass der Boden später wieder genauso zurück an die ursprüngliche Stelle kann“, erklärt Helmut Roloff. Anschließend werde mit Stahlplatten eine Fahrspur für die schweren Baufahrzeuge gelegt.

Die Rohre, die einen Durchmesser von einem Meter haben, werden in 400 Meter großen Teilstücken auf die Baustelle transportiert, eingesetzt und zusammengeschweißt. Anschließend folgt laut Roloff ein Stresstest mit Wasser, bei dem die Schweißnähte einen höheren Druck aushalten müssen als später im Betrieb.

Woher stammt das in Deutschland verbrauchte Gas?

Das in Deutschland verbrauchte Erdgas kommt zum überwiegenden Teil (rund 90 Prozent) aus Russland, Norwegen und den Niederlanden. Der Rest stammt aus Eigenproduktion, die aber in der Tendenz rückläufig ist.

Welche Gefahren gibt es?

„Zeelink ist nicht gefährlich“, sagt Helmut Roloff. Es werde nach strengen Sicherheitsnormen gearbeitet und gebe regelmäßige Kontrollen. Links und rechts der Trasse werden jeweils fünf Meter breite Sicherheitsstreifen eingerichtet, die nicht bebaut, aber landwirtschaftlich voll genutzt werden können. Viele Gegner und Kritiker gibt es dennoch.

Wie hoch sind die Kosten?

Insgesamt werden etwa 660 Millionen Euro investiert.

Wann ist das Projekt fertig?

Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2021 geplant.

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