In diesem Jahr wird das Feuerwerk zur Kirmes stattfinden und auch an Silvester dürfen Feuerwerkskörper abgebrannt werden. Ob das 2020 noch so sein wird, darüber wird in Bocholt diskutiert.

von Theo Theissen

Bocholt

, 11.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Bekanntlich sorgen Feuerwerke für eine hohe Feinstaubbelastung, für Müll und Lärm, was besonders von Natur-, Umwelt- und Tierschützern schon seit vielen Jahren kritisiert wird. Außerdem komme es beim Abbrennen von Feuerwerk immer wieder zu teilweise schweren Verletzungen. Zudem könnte das Geld, das Jahr für Jahr für Feuerwerk ausgegeben werde, für andere Dinge sinnvoller ausgegeben werden, argumentieren die Kritiker.

Andererseits würden Feuerwerke immer wieder von vielen Menschen gerne gesehen. Die Meinungen darüber, wie künftig mit dem Thema Feuerwerk in Bocholt umgegangen wird, dürften weit auseinandergehen. Die Deutsche Umwelthilfe will nun die private Knallerei zum Jahreswechsel verbieten lassen und hat in 31 Kommunen einen entsprechenden Antrag gestellt. Bocholt sei aber nicht dabei, sagte Wansing.

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In diesem Jahr werde das Kirmes-Feuerwerk auf jeden Fall stattfinden, sagt Stadtmarketing-Chef Ludger Dieckhues. Hierzu seien die Vorbereitungen des Stadtmarketing-Teams mit dem Schaustellerverein Bocholt bereits angelaufen. Ein Gutachten zu Feuerwerken auf Volksfesten habe der Deutsche Schaustellerbund in Auftrag gegeben, teilt die Stadtverwaltung mit.

Auch Silvester 2019 dürfen in Bocholt Feuerwerkskörper auf jeden Fall noch abgebrannt werden. Gewerbetreibende und Geschäftsleute in Bocholt seien teilweise schon mit den Vorbereitungen für ihren Feuerwerksverkauf beschäftigt.

Verkaufsverbot steht nicht zur Debatte

Ein Verkaufsverbot von Feuerwerk in Bocholt stehe nicht zur Debatte, sagte Wansing. Nach Zeitungsinformationen gibt es in Bocholt aber auch Betreiber von Verbrauchermärkten, die überlegen, in diesem Jahr aus Gründen des Umweltschutzes freiwillig auf den Feuerwerksverkauf zu verzichten.

Der Verwaltungsvorstand nehme die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen eines Feuerwerks auf Mensch und Tier ernst, teilt die Stadtverwaltung mit. Laut Umweltbundesamt werden in der Silvesternacht in Deutschland rund 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt, was etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge entspricht.

Nur geringe Feistaubbelastung in Bocholt

„In Bocholt ist die Feinstaubbelastung sehr gering“, teilt Stadtbaurat Daniel Zöhler mit. Dies liege an der guten Durchlüftung und an der – im Vergleich zu dichter und höher bebauten Großstädten – niedrigen und weniger dichten Bebauung in Bocholt. „Trotzdem werden wir die aktuelle Diskussion rund um die Deutsche Umwelthilfe, die ein Böllerverbot in 31 deutschen Städten beantragt hat, sehr genau beobachten“, so Zöhler.

„Es gibt viele Argumente, die für die Traditionsfeuerwerke sprechen, aber auch viele, die dagegen sprechen“, wird Bürgermeister Peter Nebelo vom städtischen Presseamt zitiert. Im Oktober sollen die Argumente unter Einbeziehung der Bocholter Politik abgewogen werden, erklärt der Verwaltungsvorstand.

Ein genauer Termin sei dafür noch nicht festgelegt worden, sagte Bruno Wansing von der Stadtverwaltung. Ziel sei ein politischer Grundsatzbeschluss, der festlege, wie in Bocholt in Zukunft ab 2020 mit Traditionsfeuerwerken umgegangen werde.

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