Inzidenz-Wert steigt rapide an – Gronau nicht durch Zufall Hotspot

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Das Kreisgesundheitsamt hält keine guten Nachrichten bereit. Die Zahl der Neuinfektionen schnellt in die Höhe und der „Sieben-Tage-Inzidenzenwert“ steigt rapide an. Das liegt auch an Gronau.

Kreis

, 23.10.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahl der offiziell Corona-Infizierten steigt weiter rapide an. Damit einhergehend schnellt auch der „Sieben-Tage-Inzidenzwert“ weiter in Höhe. Am Freitag (23.10) liegt der Wert laut Kreisgesundheitsamt bei 68,1. Das ist sehr deutlich über dem kitischen Grenzwert von 50. Und es kristallisiert sich im Kreis ein echter Infektions-Hotspot heraus.

Seit Anfang der Woche gilt der Kreis Borken aufgrund der Entwicklung als Corona-Risikogebiet. Das hat etliche, weitere Beschränkungen nach sich gezogen. Beispielsweise gilt zwischen 23 Uhr und 6 Uhr eine Sperrstunde. Und obwohl die RKI-Einstufung für den gesamten Kreis gilt, gibt es zwischen den Infektionsgeschehen in den einzelnen Kommunen deutliche Unterschiede.

Gronau ist ein Hotspot

Die mit großen Abstand meisten aktuellen Infektionsfälle gibt es in Gronau. Alleine von Donnerstag auf Freitag (23.10) meldet das Kreisgesundheitsamt 31 neue Fälle. Somit sind in Gronau derzeit 147 Personen mit dem Virus infiziert.

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Dass gerade in Gronau die Zahlen rapide in die Höhe schnellen, dürfte kein Zufall sein. So vermutet das Kreisgesundheitsamt, dass dies mit besuchten Feiern von „bestimmten“ Personengruppen in Corona-Hotspots wie Hamm, Remscheid und den Niederlanden zusammenhängen könnte. Dort eingefangene Infektionen könnten so in den Kreis und nach Gronau gebracht worden sein.

Eine diffuse Situation hat sich entwickelt

„Daraus hat sich jetzt eine diffuse Situation entwickelt, denn diese Personen stecken ja auch weitere Personen an“, erklärt Kreis-Pressesprecher Karlheinz Gördes auf Anfrage der Redaktion. Auch gab es das Gerücht, dass Feierlichkeiten einer Fußballmannschaft eine Infektionskette ausgelöst haben soll. „Davon ist mir nichts bekannt“, entgegnet der Kreis-Pressesprecher.

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Doch nicht nur in Gronau ist die Situation ernst. Auch in Bocholt meldet das Kreisgesundheitsamt von Donnerstag auf Freitag (23.10) 15 Neuinfektionen. Im selben Zeitraum sind es in Ahaus fünf und in Isselburg sieben Neuinfektionen. Insgesamt sind derzeit im Kreis 426 Personen infiziert.

Als einzige Kommune im Kreis ist nach wie vor nur Legden coronafrei. In Heek und Südlohn gibt es aktuell ebenfalls mit zwei Personen nur wenig Infizierte.

39 COVID-19-Patienten werden im Krankenhaus behandelt

Aktuell werden im Klinikum Westmünsterland mit den Standorten Ahaus, Bocholt, Borken und Stadtlohn 18 COVID-19-Patienten behandelt. Fünf dieser Personen sind auf der Intensivstation. Im St. Antonius-Hospitals Gronau werden derzeit 21 COVID-19-Patienten behandelt. Noch stehen in allen Krankenhäusern laut Kreisangaben ausreichend Intensivbetten zur Verfügung.

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Doch dessen ungeachtet ist die Gesamtentwicklung im Kreis kritisch. Darum appelliert Kreis-Pressesprecher Karlheinz Gördes eindringlich an alle: „Auch im privaten Bereich sollte sich jeder zurücknehmen und fragen, ob eine Feierlichkeit wirklich nötig ist.“

Denn auch dort werde das Virus schnell übertragen. Etwas, das gerne mal vergessen würde. Und gerade jetzt sei es wichtig, sich an die AHA+L-Regel“ – Abstand, Hygiene, Alltagmaske und Lüften – zu halten.

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