Kontaktermittler sorgen mit Detektivarbeit für Eindämmung der Pandemie

Coronavirus

Die Kontaktermittler des Kreises Borken rufen die Kontaktpersonen von positiv Getesten an. Momentan haben sie noch mehr Arbeit als im Frühjahr, auch weil nicht alle Angaben ehrlich sind.

Kreis Borken

18.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Team um Dr. Francis Abele-Haupts (Mitte) und Michael Heistermann hat angesichts steigender Zahlen viel Arbeit, um die Corona-Pandemie so gut es geht einzudämmen.

Das Team um Dr. Francis Abele-Haupts (Mitte) und Michael Heistermann hat angesichts steigender Zahlen viel Arbeit, um die Corona-Pandemie so gut es geht einzudämmen. © Kreis Borken

Manchmal ist es geradezu Detektivarbeit. Dann etwa, wenn sich mit jeder Frage und jedem Telefonat Stückchen für Stückchen zusammenfügt, wer mit wem Kontakt hatte und woher die Infektion mit dem Coronavirus gekommen sein könnte.

Das ist die Arbeit der Kontaktermittler im Kreisgesundheitsamt Borken. Sobald ein positiver Befund eingeht, ermitteln sie das Umfeld der betroffenen Person. So lassen sich Infektionsketten zurückverfolgen und mögliche Virusträger können bestenfalls schon vor der Weiterverbreitung isoliert werden.

Kontaktermittler haben jetzt mehr Arbeit als im Frühjahr

Wie der Kreis Borken in einer Pressemitteilung schreibt, hat sich ihre Arbeit im Vergleich zum Frühjahr vervielfacht. Das hat zwei Gründe, erläutert Michael Heistermann, stellvertretender Leiter des Kreisgesundheitsamtes: „Zum einen lassen sich die steigenden Zahlen nicht auf ein oder zwei Einzelgeschehen zurückführen, wie es etwa bei den Schlachthofmitarbeitern war. Und zum anderen haben die Leute viel mehr Kontakte als in der Zeit des Lockdowns.“

Derzeit sind täglich rund 30 Mitarbeiter von morgens bis abends am Telefon, um diese vielen Kontakte zu recherchieren und zu informieren. Das Team besteht neben Beschäftigten aus dem Gesundheitsamt auch aus Kräften aus anderen Bereichen der Verwaltung. Angesichts der Entwicklungen soll dies noch weiter aufgestockt werden: Gerade werden per Ausschreibung neue „Containment Scouts“ gesucht. Ergänzend dazu sind noch viele weitere Mitarbeiter vor Ort in den Rathäusern unter anderem in der Quarantäneüberwachung im Einsatz.

Nicht alle machen ehrliche und vollständige Angaben

Nicht selten gehen diese Telefonate über eine längere Zeit. Die zentrale Frage: „Mit wem waren Sie in den vergangenen Tagen länger als 15 Minuten und einer Distanz von weniger als einem Meter zusammen?“ Manchmal ist die Kontaktermittlung in wenigen Minuten geschafft. Dann gibt es aber auch Fälle, in denen sie mehrere Tage dauert: Wenn es ein sehr großes Umfeld mit vielen Kontakten gibt, wenn noch nicht alle Angaben vorliegen und recherchiert werden müssen und wenn nicht alle Infos ganz wahrheitsgemäß oder nur häppchenweise erfolgen.

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„Da ist es den Leuten dann zum Beispiel unangenehm, dass sie auf einer sehr großen Feier waren“, erzählt Heistermann. „Oder das Training im Sportverein wurde beim ersten Telefonat nicht erwähnt – all das ist für unsere Arbeit aber natürlich wichtig zu wissen.“

Anruf vom Gesundheitsamt kommt manchmal erst später

Zuletzt ist die Zahl der Infizierten täglich deutlich gestiegen – und damit auch die Zahl der Anrufe. Deswegen kann der Kreis Borken nur um Verständnis werben, dass es auch mal einige Stunden dauern kann, bis der Anruf von den Kontaktermittlern des Gesundheitsamtes kommt.

„Wer von einem engen Kontakt schon gehört hat, dass dieser Covid-positiv ist, handelt verantwortungsbewusst, wenn er vorsichtshalber schon weitere Kontakte vermeidet“, betont Dr. Francis Abele-Haupts, Abteilungsleiterin im Bereich Infektionsschutz im Gesundheitsamt des Kreises Borken.

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