Krankenhaus-Neubau soll 300 Millionen Euro und 246 Jobs kosten

mlzKrankenhauspläne im Nachbarland

Nach monatelanger Diskussion um die Pläne für das neue Slingeland-Krankenhaus in Doetinchem sind jetzt Zahlen bekanntgeworden. In Winterswijk sollten dafür 367 Jobs wegfallen.

Winterswijk

, 12.05.2020, 16:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Streit schwelt nicht nur, er wird seit Monaten offen ausgetragen. Der Krankenhausbetreiber Santiz will in Dotinchem ein neues Krankenhaus bauen. Die Krankenhausgesellschaft will dafür sein Haus in Winterswijk massiv verkleinern.

Diese Planungen wurden Ende Oktober letzten Jahres im Achterhoek bekannt. Seitdem laufen nicht nur die Mitarbeiter Sturm gegen die Pläne, das Krankenhaus in Winterswijk zu verkleinern.

Bericht der Tageszeitung de Gelderlander

Die Tageszeitung de Gelderlander berichtete am Dienstag (12.5.) erstmals über konkrete Zahlen für das neue „Slingeland“-Krankenhaus, das an der Autobahn 18 in Doetinchem entstehen soll. Die Zahlen seien „durchgesickert“, so die niederländische Tageszeitung.

Demnach plante der Verwaltungsrat der Santiz-Krankenhäuser mit Stand von Ende Oktober einen Krankenhausneubau für mehr als 300 Millionen Euro. Das Haus sollte 2025 fertig sein.

Pläne bedeuten massiven Arbeitsplatzverlust am Standort Winterswijk

Durch den Neubau sollten am Krankenhausstandort in Winterswijk laut de Gelderlander 367 Arbeitsplätze verloren gehen. Im Slingeland Krankenhaus in Doetinchem dagegen zu den bisherigen 121 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Für Winterswijk würde die Realisierung dieser Pläne eine deutliche Verkleinerung des Krankenhauses und der damit verbundenen medizinischen Leistungen bedeuten. Angedacht ist beispielsweise die Verlagerung von Geburtshilfe, Pädiatrie und Akutversorgung nach Doetinchem.

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Nach Bekanntwerden der Pläne im Oktober mobilisierten Mitarbeiter und Bürger sofort, liefen Sturm gegen die Pläne der Krankenhausgesellschaft. Es geht ihnen um den Erhalt des Krankenhauses und der Arbeitsplätze in Winterswijk.

Fusion aus 2016 wieder rückgängig machen?

Der Konflikt hat mittlerweile dazu geführt, dass von verschiedenen Stellen offen darüber nachgedacht wird, die Fusion der Krankenhäuser „Koningin Beatrix“ in Winterswijk und „Slingeland“ in Doetinchem aus dem Jahr 2016 wieder aufzuheben. Ein Vorwurf: Bei den Plänen wurde gegen Vereinbarungen im Fusionsvertrag der Häuser verstoßen.

Mittlerweile hat sich auch die Politik eingeschaltet. Nicht nur, dass Bürgermeister aus dem Achterhoek sich an die Regierung in Den Haag gewandt haben. In einem offenen Brief hat der Stadtrat von Winterswijk dem Aufsichtsrat der Santiz-Kliniken mitgeteilt, dass er das Vertrauen in ihn verloren hat.

Rat in Winterswijk entzieht Aufsichtsrat das Vertrauen

Der Aufsichtsrat setze auf Kosten einer vollwertigen Krankenhausversorgung im Ost-Achterhoek auf einen extrem teuren Krankenhausneubau in Doetinchem. „Das kann unseren Bewohnern nicht erklärt werden, die Qualität der Versorgung verbessert sich nicht, wenn man 30 Minuten mit einem Herzinfarkt in einem Krankenwagen liegen muss“, zitiert de Gelderlander aus dem Schreiben.

Ob die Pläne aus dem Oktober umgesetzt werden oder sich die fusionierten Häuser wieder trennen? Der Konflikt sorgt im Nachbarland weiter für Schlagzeilen, bis Klarheit über diese Fragen herrscht.

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