Landwirte fahren in Traktorstaffel durch NRW und ernten weiter Zuspruch

mlzLand schafft Verbindung

Die Proteste der Landwirte sind am Montag weitergegangen. Aus dem Kreis Borken haben sich zahlreiche Landwirte an der Staffelfahrt zwischen Bonn und Bielefeld beteiligt. Wieder ein Erfolg.

Vreden Kreis Borken

, 25.11.2019, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Morgen sind ist er mit etwa 30 weiteren Landwirten aus Vreden zunächst in Richtung Bottrop gefahren. Dort haben sie sich auf dem Parkplatz des Freizeitparks Movie World gesammelt. Mit weiteren Landwirten aus dem ganzen Kreis Borken sind sie dann in Richtung Essen gefahren.

Nach einer Pause, die die Landwirte für Gespräche mit Passanten genutzt haben, sollte es dort auf dem Staffelweg weitergehen – eigentlich um 13.30 Uhr. „Doch wir wurden von der Polizei vor Ort festgehalten“, sagt Frank Kisfeld. Der Vredener ist Sprecher der Gruppe Land schafft Verbindung in Nordrhein-Westfalen. Bei ihm laufen viele Fäden zusammen.

Stillstand in Essen und ein Traktortreck im Berufsverkehr

Die Verzögerung erklärte die Polizei demnach damit, dass die Landwirte erst noch auf den Teil der Staffelfahrt aus Düsseldorf warten mussten. „Die waren wohl nicht rechtzeitig losgekommen und ihre Fahrt verzögerte sich entsprechen“, erzählt Frank Kisfeld am Montagnachmittag. Zu diesem Zeitpunkt steht er gerade in einer Kolonne von rund 700 bis 800 Traktoren. Mitten im Berufsverkehr. „Irgendwo zwischen Bochum und Dortmund“, so Kisfeld weiter.

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An diesem Tag führte eine Staffelfahrt von Landwirten von Bonn über Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund und Hamm bis nach Bielefeld. „Bis ganz ans Ende werden wir aber wohl heute nicht mehr fahren, sondern vorher wieder in Richtung Heimat abbiegen“, erklärt Frank Kisfeld.

Resonanz der Passanten bleibt positiv

Auch auf diese Demonstration der Landwirte hätten Passanten und Autofahrer aber wieder verständnisvoll reagiert. „Von ungefähr 90 Prozent der Leute kam Zustimmung“, erzählt der Vredener Landwirt.

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Parallel waren weitere etwa 100 Landwirte schon in Richtung Berlin gestartet. Allerdings nicht auf eigener Achse, sondern verladen auf Tiefladern. Dort findet am Dienstag eine große Kundgebung der Landwirte statt, die gegen die Verabschiedung des Agrarpakets der Bundesregierung demonstrieren wollen.

Laut Frank Kisfeld soll mit den Traktorkorso nach der Aktion am Dienstag vorerst Schluss sein. „Über das Agrarpaket soll ja Anfang Dezember abgestimmt werden, deswegen gibt es ja jetzt auch die Demonstration in Berlin“, erklärt er. Sollte sich in der Politik aber dennoch keine Bewegung abzeichnen, hätten die Landwirte noch andere Pläne in der Hinterhand.

Dazu will sich Frank Kisfeld am Montag nicht näher äußern. Er stellt klar: „Bisher waren wir sehr kooperativ. Wir haben da auch noch andere Möglichkeiten.“

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