Mobbing an Borkener Grundschule? Vater erhebt Vorwürfe

mlzRemigius-Grundschule

Die Grundschule sollte ein Ort sein, an dem Kinder mit Spaß lernen und sich sicher fühlen. Für einen neunjährigen Jungen aus Borken ist das nach Schilderungen seines Vater nicht der Fall.

von Markus Schönherr

Borken

, 01.10.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Sohn besucht die Remigius-Grundschule und werde dort von anderen Schülern gemobbt. „Er wird geschlagen, getreten, mit Sand beschmissen“, sagt der Vater. Immer wieder komme der Junge mit blauen Flecken am Körper nach Hause. Fünf andere Jungen macht er für die Übergriffe verantwortlich.

Auch wenn er die Arbeit der Klassenlehrerin seines Sohnes sehr schätzt, wirft er der Schule insgesamt vor, nicht schnell genug gehandelt zu haben. Auch nachdem er die Vorfälle angesprochen habe, sei sein Sohn weiter drangsaliert worden. Deshalb habe er sich entschieden, die Vorfälle öffentlich zu machen. In sozialen Netzwerken schreibt er, die Situation werde für seinen Sohn immer schlimmer. Anfang der Woche erstattete der Mann Anzeige bei der Polizei. „Leider Gottes muss ich das machen“, sagt er. Einen anderen Weg, seinen Sohn zu schützen, habe er nicht mehr gesehen.

Schulleitung zeigt sich verwundert

Aus Sicht der Schulleitung hätte es den aber sehr wohl gegeben. Die stellvertretende Schulleiterin Mona Kugler-Höing äußerte sich auf Anfrage verwundert darüber, dass der Vater Anfang der Woche die Sache öffentlich machte. Für Mittwoch war ein Elterngespräch vereinbart. Dieser Termin hat auch wie geplant stattgefunden. Es seien „erste pädagogische Maßnahmen“ vereinbart worden, sagte Kugler-Höing danach.

Vor den Herbstferien soll ein weiteres Gespräch stattfinden. Der Vater berichtet, ihm habe die Schulleitung zugesagt, dass die Eltern der von ihm beschuldigten Kinder angesprochen werden. Ihm sei es am liebsten, alle würden sich an einen Tisch setzen und über die Sache reden.

Bei Mobbingverdacht Gespräch mit Lehrern suchen

Der Schulpsychologe Philipp Deing rät dazu, bei einem Mobbing-Verdacht unter Schülern das Gespräch mit den Lehrern zu suchen. Zu dem konkreten Fall kann sich der Mitarbeiter der regionalen Schulberatungsstelle des Kreises Borken zwar nicht äußern, generell empfiehlt er aber, ein solches Problem „im Schulkontext zu lösen“.

Für Kinder, die von Mobbing betroffen sind, sei es wichtig, ernst genommen zu werden. Äußerungen wie „ignorier das doch einfach“ oder „wehr dich“ helfen betroffenen Kindern nicht weiter, so Deing. Der Schulpsychologe rät auch davon ab, die Sache „auf eigene Faust“ lösen zu wollen. Er plädiert dafür, sich gemeinsam mit der Schule auf Lösungssuche zu begeben.

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